Tur-Abdin / Suryoye / Aramäer Lexikon

An dieser Stelle finden Sie ein kleines Tur-Abdin Lexikon, das nach und nach erweitert wird und die wichtigsten Orte, Persönlichkeiten, Dörfer und Begriffe rund um Tur-Abdin verständlich erläutern soll

Tur-Abdin (Suryoye) Lexikon von A wie bis Z

Dörfer, Orte, Kirchen und Heilige aus Tur Abdin

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A

Wer sind die Aramäer (Suryoye)?
Christianisierung der Aramäer
Sprache der Aramäer (Suryoye)
Tur-Abdin Karte
Gliederung der Aramäer von Mesopotanien
Verkehrs- und Diplomatensprache
Aramäisch in viele Dialekte eingeteilt
Westaramäische Dialekte
Ostaramäische Dialekte
Die aramäischen Kaiser und Päpste zu Rom
Aramäisches Zahlensymbolik
Die ersten Spuren der Aramäer
Kunst
Kulturerbe
Aramäische Inschriften
Aramäische Stämme und Königreiche
Verfolgung und Auswanderung
Wieviel Aramäer leben heute in Deutschland und in anderen Staaten?
Geschichte der Aramäer

Ainwardo
Arkah
Antiochia am Orontes - Stadtgeschichte

Entstehung und Geschichte der christlichen Gemeinde im 1. Jahrhundert nach Christus
Spätere Entwicklung der antiochenischen Gemeinde
Libanios und Julian Apostata
Die Entwicklung nach 451 (Konzil von Chalcedon)

Arnas:  Arnas - Baglarbasi - 'Urnus - 'Oernes – Urnas
Arnas Heute (auf türkisch)
Arbo (Tasköy)
Azech - Beth Zabday - Idil
Anschütz, Helga 
(* 19.4. 1928 Hamburg, † 13.5. 2006 Reinbek, Geographin, Journalistin und Fürsprecherin der syrisch-orthodoxen Christen.)

Alphabet (Geschichte und Ursprung)


 Wer sind die Aramäer / Suryoye?

Die christlichen Syrer bzw. Suryoye sind ethnisch gesehen Aramäer semitischen Volksstammes, die in Aram Naharaim (Aram-Nahrin=Mesopotamien) zu Hause sind. Der in der Literatur verwendete Begriff "Syrer" hat mit der jetzigen politischen Bezeichnung "Syrien" als arabischer Staat nicht unbedingt zu tun. Die Begriffe "Syrer" und "Aramäer" sind hier identisch und bezeichnen ein und dasselbe Volk, sind also ethnisch und nicht politisch-geographisch zu verstehen. Die Verwendung des Begriffes Syrer für die Aramäer geht auf die Griechen zurück. Die Griechen bezeichneten das Gebiet "Syria" und seine Bewohner, die mehrheitlich Aramäer waren, als "Syrer". Mit Alexander dem Großen (336-323 v. Chr.) fand diese Bezeichnung für die ethnischen Aramäer große Verbreitung. Der Begriff "Syrer" hat sich aber erst mit der Christianisierung der Gebiete endgültig durchgesetzt. Die eigentlichen Bewohner des alten Syrien (Aram) bezeichneten sich selber als Aramäer, so die berühmten griechischen Historiker und Geographen Poseidonios und Strabon. Auch die aramäischen Gelehrten sind sich über ihre ethnische Zugehörigkeit einig.

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Christianisierung der Aramäer

Die Aramäer Aram-Nahrins (Mesopotamiens) haben bereits in den ersten Jahrhunderten das Christentum angenommen. Zunächst verbreitete sich das Christentum von Antiochien bis hin zur zweitgrößten aramäischen Provinzhauptstadt Edessa, dem bedeutenden Kulturzentrum der Aramäer. Tur-Abdin, Beth-Zabdai und Umgebung haben das Christentum am Ende des ersten bzw. zu Beginn des 2. Jh. durch den Apostel Addai (Thaddäus) angenommen. Der Briefwechsel zwischen dem aramäischen König Abgar V. und Jesus wird von unseren Kirchenvätern als Zeugnis dafür verwendet, dass die Aramäer bereits zur Zeit Jesu die Frohe Botschaft angenommen haben. Bis heute wird dieser Tag, der 1. Oktober, in der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien als der Tag der Christianisierung der Aramäer und als der Neujahrstag der Aramäer gefeiert. Der Begriff "Tur-Abdin" ist christlichen Ursprungs und meint so viel wie "Berg der Knechte (Gottes)" oder "Berg der Einsiedler". Geschichtlich geht dies auf die aramäischen Mönche und Eremiten (Einsiedler) zurück, die sehr früh hierher zogen und in Klöstern und Höhlen wohnten.

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Sprachen

Die syrisch-orthodoxen Aramäer sprechen einen aramäischen Dialekt, genannt Turoyo. Turoyo wird nur gesprochen, nicht aber geschrieben. In der Liturgie wird das Alt-Aramäische verwendet. Die Alt-Aramäische Sprache heißt soviel wie: "Kthobonoyo" d.h. "Buchsprache, Hochsprache" genannt. Die aramäische Sprache gehört zum semitischen, besonders dem nordsemitischen Sprachstamm und wird seit weit mehr als 3000 Jahren gesprochen. Diese Sprache war im 6. Jh. v. Chr. die eigentliche internationale und offizielle Sprache des Orients. Als zeugen dieser Sprache des Inschriften und Fragmente aus Papyrus und Pergament in den großen Museen und Bibliotheken der Welt zu sehen. Diese Sprache ist das Erbe des aramäischen Volkes, das bis heute seine Muttersprache ist; Aramäisch war ebenfalls die Muttersprache Jesu Christi in Galiläa. Für viele scheint diese Sprache gestorben zu sein, da sie hier kaum bekannt ist. Außerdem hat sie ihre frühere Position verloren. Die aramäische Sprache wurde vor allem durch die Arabisierung und Islamisierung des Orients verdrängt. Dennoch hat sie sich in manchen Gebieten des Orients erhalten können, wie z.B. im Tur-Abdin (Südosten der Türkei) und in Syrien (Aram), Die lange Geschichte des aramäischen Volkes lässt eine Entwicklung der aramäischen Sprache feststellen; es wird daher unterschieden zwischen Altaramäisch, Mittelaramäisch und Neuaramäisch.

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Verfolgung und Auswanderung

Seit Beginn der Islamisierung der Araber und vor allem unter der Herrschaft der Mongolen, Osmanen, Türken und Kurden erlebten die Christen im vorderen Orient eine ständige religiöse und politische Verfolgung und mussten unter der Missachtung ihrer Menschenrechte leiden. Zu Beginn unseres Jahrhunderts, 1914/15 wurden über 2 Millionen christliche Armenier und etwa eine halbe Million Aramäische Christen (Syrisch-Orthodoxe, Syro-Nestorianer, heute Assyrer, Syro-Chaldäer, Syro-Melkiten und Syro-Protestanten) massakriert. Allein in den letzten Jahren wurden über 35 syrisch-orthodoxe Christen in der Region Tur-Abdin umgebracht. Der islamisch-religiöse Fanatismus und türkische Nationalismus haben bis heute kein Ende genommen. Die Konflikte im Nahen Osten und vor allem die Veränderung der Menschenrechtssituation im Tur-Abdin zwangen viele aramäische Christen, ihre Heimat zu verlassen. Seit Beginn der 60er Jahre nutzten viele die Gelegenheit, als Gastarbeiter in europäische Staaten auszuwandern. Danach, etwa seit der Mitte der 70er Jahre, als sich die Lage im Tur-Abdin weiter zuspitzte, mussten viele aramäische Christen fliehen und in den europäischen Staaten Asyl beantragen.

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Ainwardo

Ainwardo ist eines der bekanntesten Dörfer des Tur Abdin's, es liegt auf einer Höhe, östlich von Midyat und ist 2 Stunden zu Fuß zu erreichen. Alle Bewohner des Dorfes waren syrisch-orthodox. Zur Zeit des ersten Weltkrieges betrug die Zahl seiner Einwohner 200 Familien. In Ainwardo existiert auch die große Mor Hadbschabo- Kirche, die wie eine unbezwingbare Festung aussieht.

Die Männer aus Ainwardo waren bekannt für ihre Tapferkeit und ihr Eifer. Kein Dorf von den Ländern von Mesopotamien konnte sich den Türken und Kurden widersetzten und gegen sie kämpfen, wie dieses. In der Umgebung gedeihen Getreide, Obst und Wein; wie in vielen Ortschaften der Türkei betreiben die Bauern hier auch Viehwirtschaft.

In Ainwardo stehen drei Kirchen: "Mart Schimuni", "Mar Hodtschabo" und "Joldath Aloho". Wie alle christlichen Ortschaften im Tur Abdin ist Ainwardo mehr als 1000 Jahre alt. 1248 wurden hier Mönche und ein Stylit erwähnt. Mehrere Bischöfe, Kopisten und ein Patriarch stammten aus dem unter dem Namen " 'Ain Quarda" ' Ainwarda bekannten Dorf. Ein Evangeliar mit Miniaturen aus dem Jahre 1201 befindet sich noch im Besitz der Dorfkirche.

Im Jahr 1453 besetzten die Türken den Ort; im 16. Jahrhundert erlebte es einen Aufschwung. Damals wurde es mit dem Namen "Aynwerde" unter den reichen christlichen Siedlungen im Tur Abdin in den Katasterbüchern aufgeführt. Von 1526 bis 1570 stieg die Einwohnerzahl von 46 auf 136 Familien. Einige Reisende erwähnten den Namen des Dorfes unter verschiedenen Schreibweisen.

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Arkah

Das Dorf Arkah ist erstmals in der Lebensgeschichte des heiligen Malke, der im vierten Jahrhundert gelebt hat, erwähnt. Es ist eines der Dörfer der früheren Diözese Beth Rische. Es liegt in der Nachbarschaft zum Kloster Mor Malke von Kluzma, an der Nordseite der Izlo Berge. Östlich davon liegt das Dorf Arbo, südöstlich Hbob (Habab), südlich Beth Debe, Sederi und Harabemischka. Nördlich von Harabala kommt man nach Kafro Tachtayto und nordwestlich nach Anhel.

Zur Deutung des Namens Arkah haben einige die etwas vage Vermutung aufgestellt, ihn von einer Kombination des Griechischen ‘arché’ und des syrischen Buchstabens ‘h’ abzuleiten, was im Syrischen auch die Zahl 8 bedeutet. Das würde die Bedeutung ergeben: ‘Haupt von acht [Dörfern]’. Oder: Harabale ist eine Zusammenziehung des vollen Namens ‘Harbath Ayle’, was ‘das zerstörte Dorf der Hirsche’ bedeutet. Der türkische Name des Dorfes ist Ucköy mit der Bedeutung von ‘Hauptdorf’.

Wie im Leben des Mor Malke berichtet wird, war Arkah in der Mitte des vierten Jahrhunderts ein syrisches heidnisches Dorf. Wir lesen dort, daß Schlemun, der Sohn des Vachbun, durch den Heiligen einem Drachen entrissen wurde. Dies bezeugt sein Freund Rhimo, der Sohn von Zabday. Dieses Wunder führte zur Bekehrung des ganzen Dorfes zum Christentum. Schlemun wurde der erste Schüler von Mor Malke. Sie erbauten das Kloster, und er lebte dort bis zu seinem Tod.

In dem Buch von Patriarch Abdallah von Sadad mit dem Namen „Statistiken“, das er im Jahre 1870 zusammengestellt hat, erwähnt er die drei Priester des Dorfes: Schemun, Gawriye (Georg) und Michael. Bürgermeister war Yakup Makko. Die Statistik enthält die Namen von 41 Familien im Dorf.

Wie mündlich berichtet wird, wurde das Dorf im Verlauf der politischen Auseinandersetzungen zwischen 1900 und 1926 dreimal niedergebrannt und von den Bewohnern jedes Mal wieder aufgebaut. Zur selben Zeit verließen viele das Dorf und die Izloberge und wanderten nach Syrien, in den Libanon und in den Irak aus. Während dieser Periode der Auswanderung ging eines Nachts ein schweres Unwetter nieder und 27 Personen, auch der Bischof Severius Schmuel von Beth Debe, der in Malke residierte, starben infolge des kalten Wetters. Nicht lange nach dieser Flucht taten sich die maßgeblichen Männer des Dorfes zusammen und beschlossen, in das Dorf zurückzukehren. Doch manche blieben in Syrien, im Libanon und im Irak. Heute gibt es mindestens 70 Familien in Kamischli und in Kabre Hewore in Syrien.
Im Folgenden wird ein Überblick über die Namen der Priester, Lehrer und Bürgermeister des Dorfes seit 1920 gegeben. Priester: Pfarrer Dimet, der Sohn von Pfarrer Schemun, Pfarrer Aho aus dem Hause des Pfarrers Gawriye, Pfarrer Schabo von Aynwardo, Pfarrer Aho, Pfarrer Lahdo, Pfarrer Afrem von Aynwardo, Pfarrer Qawme in Mor Malke, Pfarrer Eliyo, Sohn des Marawge von Beth Hawshab, der gegenwärtig die Gläubigen von Arkah und Anhel betreut. Lehrer waren: Malfono Gabriel, Malfono David, Malfono Fawlus, Malfono Marawge, Malfono Shabo, Malfono Mushe, Malfono Ishok and Malfono Shlemun. Bürgermeister waren: Yusuf Henno, Tade von Beth Cheni, Elyas von Beth Goge, Patte von Beth Patte, Aho von Beth Henno, Ello von Beth Gamsho, Abdulmesih von Beth Enes und Marawge von Beth Gamsho.

Im Jahre 1980 gab es im Dorf 80 Familien, von denen 24 bis heute im Dorf verblieben sind. Gegenwärtig leben etwa 1000 Familien von Arkah in Europa und in Syrien. (Das kann aber nicht bedeuten, daß 1000 von Arkah stammende Familien ausgewandert sind! Anm. der Redaktion.)
Folgende Priester, die von Arkah gebürtig sind, versehen heute ihren Dienst: Pfarrer Eliyo im Dorf Arkah, Pfarrer Sleman in Kabre Hewore, Pfarrer Habip Hapsun Isa in Mor Aho in Demkiya, Pfarrer Habib Schao von Beth Muksi Lachdo in Göppingen (Deutschland). Mönch Aziz Gawriye von Beth Hawschab und Schwester Zero Isa von Beth Patte leben im Kloster Mor Malke und Mönch Gabriel Dimet von Beth Kaschischo Schemun und Schwester Sayde Malke von Beth Hio sind im Kloster Mor Gabriel.
Die staatliche Schule wurde im Jahre 1961 eröffnet. Die Militärstation verlegte man 1975 vom Dorf Habab (Ehwo) nach Arkah. 1984 wurde ein Tiefbrunnen gebohrt, um das Dorf und die Militärstation mit Wasser zu versorgen. Das Dorf kann auf drei Straßen erreicht werden: Eine Straße führt durch die Dörfer Maare, Harabemischka, Sederi, Beth Debe und Habab; eine zweite kommt von der Hauptstraße Midyat Cizre und führt durch die Dörfer Barekwe, Kafnas, Daywan und die Yezidi Dörfer; die dritte wird von den Dorfbewohnern hauptsächlich benützt. Sie zweigt bei Anhel von der Straße Nusaybin Midyat ab und führt über Kafro Tachtayto ins Dorf. Sie wurde in diesem Jahr planiert und asphaltiert.
Das Dorf erhielt 1986 Strom und 1988 Telefon. Der nicht aufgeklärte Mord von Aydin von Beth Patte und seinen Begleitern im Jahre 1993 in einem Minibus hat viele aus dem Dorf und den Nachbardörfern bewogen, das Dorf zu verlassen. Zur Zeit wird für die Jugend des Dorfes ein neuer Fußballplatz errichtet: der Boden ist planiert, um den Platz ist eine Mauer im Bau, ebenso werden Duschräume und Toiletten gebaut werden.
Die wichtigste Erwerbsquelle sind die Weintrauben und die Tierzucht. Das Dorf ist durch seine Trauben, die Drayso genannt werden, bekannt. Sie werden frisch oder getrocknet als Rosinen verkauft und sind im Vergleich zu anderen sehr teuer. Diese Art von Trauben findet man sonst nirgends im Turabdin. Sie sind viel größer als die sonstigen Weintrauben und schmecken ausgezeichnet.

Arkah war einst der Mittelpunkt einiger Dörfer der Umgebung und der Ort, wo sich die Menschen einfanden, um ihre Probleme zu lösen. Jetzt ist es eines der wenigen christlichen Dörfer, die im Turabdin übriggeblieben sind. Es wurde beschützt durch die Vorsehung Gottes gemäß dem Bibelwort: „Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut. Wenn nicht der Herr die Stadt bewacht, wacht der Wächter umsonst (Ps 127,1). Jetzt wartet das Dorf auf die Rückkehr seiner Söhne und Töchter, damit sie darin leben. Es ist das Dorf ihrer Vorfahren, die für sie Kirchen und Klöstern erbaut und hinterlassen haben. Zusammen mit dem Kloster Mor Malke in seiner Nähe lädt es zur Rückkehr in die Heimat ein. Warum sollten die Izloberge, die einst eine blühende Ansiedlung waren, nicht aufs neue aufblühen.

Quelle:arkah.de

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Antiocheia am Orontes - Stadtgeschichte

Im Jahre 307 v.Chr. wurde einige km landeinwärts vom heutigen Antiochia durch Antigonos I. die Stadt Antigoneia gegründet. Ein Jahr später erfolgte die Neugründung an der jetzigen Stelle durch Seleukos I. Nikator nach seinem Sieg über Antigonos I. Seleukos benannte die Siedlung nun zu Ehren seines Vaters Antiochos um. Antiochia liegt auf beiden Flussufern des Orontes, später kamen zwei weitere Siedlungsbereiche hinzu (Strabo: „Tetrapolis“). Im Jahre 83 v.Chr. wurde Antiochia durch den Armenier Tigranes und 64 v.Chr. von Pompeius erobert. Seitdem war Antiochia römisch; es genoss den Status einer privilegierten Freistadt.

Um 115 n.Chr. zerstörte ein schweres Erdbeben die Stadt, während sich Kaiser Trajan dort aufhält.

Im Jahre 260 n.Chr. wurde Antiochia für kurze Zeit durch den Perserkönig Shapur I. in Besitz genommen, aber bald von den Römern zurückerobert.
Nach der Anerkennung der christlichen Kirche durch Konstantin (313) wurde Antiochia Sitz eines Metropoliten, später eines Patriarchen.

In den Jahren 526 und 528 zerstörten erneut schwere Erdbeben große Teile von Antiochia, und 540 wurde es durch Chosrau I. erneut von den Persern erobert. Es folgt die nochmalige römische Rückeroberung durch Justinian, der Antiochia wieder aufbauen ließ, aber nach weiteren Eroberungen in den Jahren 611(Eroberung durch die Perser) und 628 (Kaiser Heraklios) fältt Antiochia 638 an die Araber, von denen es 969 letztmalig durch den byzantinischen Kaiser Nikephoros Phokas zurückerobert wird, bevor ab 1084 die Seldschuken über Antiochia herrschen. Während der Kreuzzüge wurde Antiochia 1098 durch Bohemund von Tarent erobert und bis 1268 Hauptstadt des Fürstentums Antiochia.

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Entstehung und Geschichte der christlichen Gemeinde im 1. Jahrhundert nach Christus.

Zwischen 35 und 40 n.Chr. gründeten Hellenisten, die aus Jerusalem vertrieben worden waren (vgl. Apg 6,1-6; Apg 8,1; Apg 11,19-26), eine erste christliche Gemeinde in Antiochia. Die leitende Figur dieser Gemeinde war offenbar Barnabas.
Die antiochenische Gemeinde war offenbar von Anfang an eine aktive Missionsgemeinde. Zielgruppe der Mission waren zunächst sicher die zahlenmäßig sehr stark in Antiochia vertretenen Diasporajuden. Doch wurde schon sehr bald die Grenze des Judentums überschritten, und es entstand eine aus ehemaligen Heiden und ehemaligen Diasporajuden gemischte Christengemeinde.

Paulus schloss sich nach seiner Berufung zum Apostel der antiochenischen Gemeinde an. Daraufhin betrieben Barnabus und Paulus aktive Mission in Zypern und Kleinasien (Südgalatien).

48 n.Chr. fand das sogenannte Apostelkonzil statt (Gal 2,1-10; Apg 15). Die Vertreter der Gemeinden von Antiochia und Jerusalem verständigten sich darüber, dass das Bekenntnis zu Christus und die Taufe auf seinen Namen (also die Vollzugehörigkeit zur christlichen Gemeinde - die sich ja als Volk Gottes versteht) nicht die Beschneidung zur Voraussetzung hat. D.h. die Gemeinde von Antiochia konnte ihre beschneidungsfreie Heidenmission weiter betreiben. Gleichzeitig begann das frühe Christentum aus dem Rechts- und Religionsverband des Judentums herauszutreten.

Danach kam es allerdings in der antiochenischen Gemeinde zu Konflikten über das Zusammenleben von Juden und Nichtjuden in der gleichen Gemeinde, und zwar über die Frage, wieweit die Gesamtgemeinde - also auch die Christen nichtjüdischer Herkunft - auf die jüdischen Speisegebote, an die sich die Christen jüdischer Herkunft gebunden fühlten, Rücksicht nehmen muss (so genannter Antiochenischer Konflikt, vgl. Gal 2,11-14).
Paulus vertrat kompromisslos einen gesetzeskritischen Standpunkt und musste weichen. Seitdem war Paulus nicht mehr Gemeindemissionar der Gemeinde von Antiochia, sondern unabhängig wirkender Apostel.

Petrus hielt die Verbindung zwischen Jerusalem und Antiochia aufrecht. Dass Petrus aber der erste Bischof von Antiochien gewesen sein soll - wie zuerst von Hieronymus behauptet - ist ein Märchen. 1.: Es gab damals noch keine Bischöfe. 2.: Petrus hat zu keiner Zeit die Gemeinde geleitet. Die einzige Leitungsfigur aus dieser Zeit, die uns bekannt ist, ist Barnabas.

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Spätere Entwicklung der antiochenischen Gemeinde

Bischof Ignatius von Antiochien - nach gängiger Auffassung etwa 112 als Märtyrer nach Rom abtransportiert - schrieb auf dem Transport nach Rom Briefe an die Gemeinde von Antiochia, die eine wichtige Quelle für die Theologie Antiochias im frühen 2. Jahrhundert darstellen. Hier zeigt sich eine große Nähe zu paulinisch geprägten Traditionen.

Euseb von Cäsarea überliefert eine Liste der Bischöfe von Atniochien: 1. Euodios, 2. Ignatius, 3. Heros, 4. Kornelios, 5. Eros, 6. Theophilos, 7. Maximinos
Nach Hieronymus ist schon Theophilos der 7. Bischof, weil Hieronymus die Liste mit Petrus beginnt. Allerdings sind alle diese Listen weitgehend Konstruktion und besitzen kaum historischen Wert.

Nach Ignatius ist Theophilos von Antiochien der zweite Theologe aus Antiochia, von dem Schriften überliefert sind. Gestorben ist Theophilos zwischen 180 und 191 n.Chr.. Überliefert sind von ihm drei Bücher "Ad Autolycum", eine apologetische Schrift, gerichtet an einen fiktiven Adressaten Autolycos.

Während der Christenverfolgung unter Decius erlitt der antiochenische Bischof Babylas das Martyrium.

Die nächste interessante Figur ist Paul von Samosata, 261-270 Bischof von Antiochia. Von ihm wissen wir allerdings nur, dass er als angeblicher oder tatsächlicher Häretiker verurteilt wurde. Wir besitzen von ihm keinerlei Schriften, so dass gesicherte Aussagen über diese Vorwürfe nicht gemacht werden können.
Paul stammt offenbar aus Samosata, der Hauptstadt des Königreichs Kommagene. Er gehörte vemrutlich zur der Oberschicht an. Angeblich stammte er aus einfachen Verhältnissen, wurde später aber reich. vielleicht hatte er ein Amt als Staatsbeamter inne.

Paul von Samosata wurde von zwei Synoden abgesetzt, weigerte sich aber, die Hauptkirche von Antiochia zu räumen. Erst als sich die neue Gemeindeleitung an den (heidnischen!) Kaiser Aurelian wandte, konnte man ihn aus der Kirche vertreiben. Die kann wohl erst 272 stattgefunden haben, nachdem Aurelian Antiochia zurückerobert hatte. Denn Zenobia, Königin von Palmyra, hatte zwischenzeitlich Syrien, Ägypten und Kleinasien erobert um dort ein selbstständiges Reich zu etablieren. Paul von Samosata wird auch als Parteigänger und Berater der Zenobia bezeichnet. Ob das stimmt, lässt sich nicht mehr überprüfen. Etnweder hat er sich während der Besetzung Antiochias durch Palmyra mit der neuen Oberherrschaft gut gestellt, oder es handelt sich um Verleumndung, um ihn bei Aurelian anzuschwärzen.

Ende des 3./4. Jahrhunderts war Antiochia Sitz theologischer Gelehrsamkeit. Die antiochenischen Theologen waren weniger spekulativ als die Alexandriner oder dann die Jungnicäner, sondern sie waren eher exegetisch-biblisch orientiert. In der Schriftauslegung übten sie deutlich Zurückhaltung gegenüber der Allegorese (Origenes). Typisch für die antiochenische Theologie ist Theodor von Mopsuhestia. Auch der Presbyter Lukian († 312 während der Diokletianischen Verfolgung), der sich um die Revision der Septuaginta bemühte, also grammatische Arbeit leistete, kann als typischer Vertreter der antiochenischen Theologie angesehen werden.
Berühmt ist auch Johannes Chrysostomos (* 349 in Antiochia; † 407 in Konstantinopel). Er war eng mit dem gleichaltrigen Theodor von Mopsuhestia befreundet.
Bevor er im Jahre 386 Presbyter in Antiochia wurde, hatte er ein asketisches Leben in den Bergen außerhalb der Stadt geführt. Johannes Chrysostomos war ein gefeierter Prediger. Überliefert sind von ihm 17 Abhandlungen und mehr als 700 Predigten. Ein erheblicher Teil dieser Predigten stammt aus seiner Zeit in Antiochia, und sie sind auch eine reiche Quelle für das Leben der Stadt Antiochia, die Beziehungen der Christen zu Heiden und Juden, über tagespolitische Fragen usw.
Seine Beliebtheit drang bis an den Hof von Konstantinopel. Im Jahre 398 wurde Johannes Chrysostomos unter einem Vorwand in die Reichshauptstadt gelockt und gegen seinen Willen zum Bischof von Konstantinopel gemacht. Hier versuchte Johannes seine Ideale vom einfachen asketischen Leben eines Geistlichen auch den anderen Priestern und Bischöfen zu vermitteln; er wetterte gegen Luxus, Verschwendungssucht etc. und hielt sich vom Leben des kaiserlichen Hofes fern, was ihm Feinde einbrachte. Sein ungeschicktes Verhalten bei kirchenpolitischen Konflikten führte schließlich im Jahr 403 zu seiner Amtsenthebung und sogar zur Verbannung nach Kappadokien, wo Johannes Chrysostomos 407 starb.

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Libanios und Julian Apostata

Im 4. Jahrhundert gab es in Antiochia eine pagane Gegenreaktion gegen das sich ausbreitende Christentum. Bedeutendste Vertreter dieser Bewegung war Libanios (* 314 † 393). Er stammte aus Antiochia und war Abkömmling einer Patrizierfamilie. Libanios hatte ein Rhetorikstudium absolviert und war so erfolgreich, dass er bereits mit 25 Jahren Rhetorikprofessor in Athen war. Er wirkte aber auch in den Städten Konstantinopel, Nikomedien und ab 354 in Antiochia. Libanios lehnte als Vertreter der paganen Religiosität das Christentum konsequent ab.
In den Jahren 362-363 hielt sich Kaiser Julian Apostata in Antiochia auf, um seinen Perserfeldzug vorzubereiten. Libanios gehörte zu dessen engstem Berater- und Freundeskreis. So ist es auch kaum verwunderlich, dass Julian Apostata während seines Aufenthaltes in Antiochia den Versuch unternahm, viele alte heidnische Kulte wiederzubeleben.

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Die Entwicklung nach 451 (Konzil von Chalcedon)

Nach dem Konzil von Chalcedon (451) begannen sich im Hinterland von Antiochia monophysitische (antichalcedonensische) Gemeinden zu sammeln. Im syrischen Hinterland und der Umgebung Antiochias ist zugleich das Mönchtum sehr wichtig. So siedelte sich der Säulenheilige Symeon Stilites d.J. in den Bergen bei Antiochia an und gründete dort ein Kloster, das Anziehungspunkt für zahlreiche Pilger wurde.

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Arnas:  Arnas - Baglarbasi - 'Urnus - 'Oernes - Urnas

Dieser Ort liegt 9 km nördlich von Midyat auf einem steilen Abhang an der steilen Piste Midyat - Arnas — Hah. Von den 970 (942) Einwohnern sind 30 Familien christlich (1980: 28 Familien). Sie sprechen Turojo und Kurdisch. Die Dorfkirche „Mär Kyriakos" aus dem Jahre 76l  ist nur teilweise restauriert. Ruinen, Säulenreste, Steinblöcke mit Inschriften und Ornamenten umgeben das Bauwerk. Auch im Dorf stehen zahlreiche Ruinen, darunter die Überreste einer Burg.  Dazwischen nehmen sich einige moderne, langestreckte Verwaltungsbauten und die Schule wie Fremdkörper aus.

Arnas war schon seit dem 9. Jahrhundert bekannt; ein Bischof und ein Metropolit stammten von hier. Im 16. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung dieses blühenden christlichen Ortes von 85 auf 188 Familien an. Zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert wurde Arnas durch mehrere hier kopierte Handschriften, einige Bischöfe und einen Maphrian bekannt . Im 19. Jahrhundert hatte der Ort wie alle anderen christlichen Ortschaften im Tür 'Abdin seine Bedeutung verloren. Colonel Shiel traf hier um 1835 einen von den Osmanen eingesetzten „wild aussehenden Bürgermeister" an, ob Christ oder Muslim, ist unbekannt. Um 1870 war jedoch bereits die Hälfte der Bevölke­rung muslimisch. Aber die alten Überlieferungen waren noch lebendig: Parry, die Architektur der Dorfkirche bewundernd, erfuhr von den Einheimi­schen, eine Säule im Kircheninnem sei noch ein Rest eines von der Kaiserin Helena angebrachten Kreuzes.
Die byzantinische Vergangenheit ist bis heute nicht vergessen.

Die Dorfkirche „Mar Kyriakos" spiegelt das Schicksal der Christen im Tür 'Abdin wider; häufig zerstört, wurde sie wiederaufgebaut und restauriert; Or­namente und Inschriften verschwanden hinter Putz, wie schon die englische Kunsthistorikerin Gertrude Bell bemängelte. Trotzdem entdeckte der Franzose Pognon eine größere Zahl von Inschriften, von denen heute noch die meisten an der Kirchenwand zu sehen sind. Um 1900 hatte sich das Bevölkerungsgewicht  bereits zugunsten des muslimischen Anteils verschoben (100 muslimische, 90 christliche Familien), die amerikanische Mission konnte zehn Familien gewinnen. Wie ich bei meinem Besuch 1968 von einem Mitarbei­ter der österreichischen Schule in Istanbul erfuhr, hatte sich ein Teil der christlichen Bevölkerung irgendwann der unierten Kirche angeschlossen, war Aber wieder zur alten Kirche zurückgekehrt. 1968 habe der Priester bei ihmangefragt, was die katholische Kirche für ihn und seine Anhänger tun könne,wenn sie zur syrisch-katholischen Kirche überwechselten. Im Gegensatz zum 19. Jahrhundert, als auch die katholische Kirche die westsyrischen Christenmit den verschiedensten Mitteln zum Übertritt bewegen wollte, winkt sie jetzt  zumeist bei solchen Vorstößen der Einheimischen ab. Deshalb gehörtPriester Schimun Dag (geb. 1923, Priesterweihe 1955) noch der syrisch-ortho­doxen Kirche an.

Quelle:Helga Anschütz-Die Syrischen Christen im Tur Abdin

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Arnas Heute

Arnas yaklaşık 560 yıl önce sadece Süryanilerin yaşadığı ( Süryanilere ait ) bir yerleşim alanıydı. Civar köylerdeki bazı Müslüman ailelerin baskılarından rahatsız olan Arnas'lı Süryaniler Mire BOTA'dan kendilerine yapılan bu baskıların sonlandırılması konusunda yardımcı olmasını isterler. Mire BOTA, Arnas'lı Müslümanların atası olan KOÇEK'i Süryanileri kollaması için Cizre'ye bağlı Derhave köyünden Arnas'a gönderir. Arnaslı Süryaniler KOÇEK'i Arnas-Mizizex yolu üzerinde Arnastan 3 km mesafede ve şu an kalıntıları duran ve Xerabe Koçek olarak adlandırılan yere yerleştirirler. KOÇEK'in çocukları olunca yaşadığı yer dar gelmeye başlıyor ve KOÇEK Arnas'a yerleşiyor KOÇEK'in; Temir, Hamêd, Şemê, Âlo, Çomerkâ ve Îsko adlı oğulları şimdiki Arnas aile yapılanmasının temelini oluşturuyorlar. Bu aileler dışında; Hîzolê ailesi Selhê'den, Cerdo ailesi Îlozê'den, Hêsen ê Êyşan ê Hîzûve'den Arnas'a gelmişlerdir. Köye 1952 yılında ilkokul, 1970 yılında sağlık ocağı yapılmış. 1966-1969 yıllarındaki artezyen kuyusu açma çalışmaları sonucunda yerin 125 m derinliğinden su çıkartılmış.Sonraki yıllarda suyun biriktirileceği bir depo yapılmıştır. Köye 1985 yılında elektrik,1988 yılında telefon geldi. 1994 köy imamı Mela Abdulvahap'ın öldürülmesinden sonra köy güvenlik güçlerince boşaltıldı. Boşaltılmadan yaklaşık 6 ay sonra 30 hanelik bir grup köye geri gelerek yerleşti. 2000 yılı itibari ile köyde yaklaşık 30 hane yaşamını sürdürmektedir.

http://www.arnas.8k.com/

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B

Die Bibel (Altes und Neues Testament)
Die Geschichte der Bibliotheken der Suryoye (Aramäer)


Die Bibliothek des Klosters Mor Athansios
Die Bibliothek des Klosters Teil Ada
Die Bibliothek des Klosters Mor David
Die Bibliothek des Klosters Mor Yuhanon
Die Bibliothek des Klosters Mor Yuhanon Narip
Die Bibliothek des Klosters Mor Mushe (Berg Nabih)
Die Bibliothek des Klosters Mor Esfulus (Risch Ayno)
Die Bibliothek des Klosters Atnos
Die Bibliothek des Klosters Mor Kuryakus

Beten, Gebete (Slutho)
Bsorino
Badibe (Badebe, Beth Debe)
Bethzabday
Beth Kustan (Bekusnoye, Alagöz, Bakisyan)
Bnebil (Bülbul)
Bar Hebräus
Prof. Sebastian P. Brock

hier: Der Pastriarch und alle Bischöfe der Syrisch-Orthodoxen-Kirche




Bsorino


Wenn man von Midyat kommend nach Idil (Azakh, Beth Zabday) fährt, fällt  auf der linken  Straßenseite eine Ortschaft auf, deren Häuser sich einen mäßig hohen Hügel hinaufziehen. Dieser gegen Westen blickende Ort, der eine Fülle von Assoziationen hervorruft und seiner Umgebung ein Lächeln zuwirft, ist Bsorino. Wenn man nur ein wenig in die Vergangenheit dieses alten, großen Dorfes vordringt, wird man unmittelbar in seinen Bann gezogen und kann ermessen, welch hoher Rang ihm auf der Ehrentafel des Turabdin zukommt. Allein das Attribut Bsorino, „Haupt der Religion", sagt schon alles über die historische Bedeutung dieses Ortes.

Der Name Bsorino kommt von dem Wort Beth Sabro, was auf syrisch "Haus der Hoffnung" bedeutet. Der türkische  Ortsname ist Haberli  wobei sich diese Bezeichnung von der syrischen Wörtern Sabro (Hoffnung) und Sbartho (gute Nachricht) ableitet. Bsorino heißt das Dorf in Turoyo, dem örtlichen syrischen Dialekt, Basibrin auf Arabisch und Basibrine auf kurdisch.

Zu den Besonderheiten dieses Ortes zählen sein Reichtum an Kirchen, der große Respekt, den die Bewohner der Kirche und dem Klerus entgegenbringen, ihr Vertrauen in die zivile Obrigkeit, die Häufigkeit von Namen wie Gulo, Gulavi, Kezo, Kawme, Mahlo, Ceno,Kamco und Hamri, die in anderen Orten gar nicht oder nur selten vorkommen, sowie die häufige Verwendung des P-Lautes. Dieser P-Laut, der andernorts nicht gebräuchlich, aber im Lokaldialekt von Bsorino sehr oft zu hören ist, zeigt, wie sehr den Menschen an der Bewahrung ihrer eigenen Sprache gelegen war.

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Beth Kustan (Bekusnoye, Alagöz, Bakisyan)

Das Dorf

Das Dorf Beth Kustan liegt etwa 28km nord-östlich von Midyat, der Kreisstadt entfernt, umgeben von fruchtbaren Feldern.
Obwohl Beth Kustan eines der interessantesten Dörfer Tur Abdins ist, findet es in den Schriften gegenwärtiger Autoren kaum Beachtung. Oft ist nur vom "Land zwischen Hah und Deyrkube" die Rede, wenn sie über diesen Ort berichten.

Der Name Beth Kustan oder Kustin taucht schon in frühen Annalen auf. Es heißt, die Armee Konstantins durchquerte mehrmals mitsamt ihren Pferden das Dorf Beth Kustan. Unweit des Dorfes liegt der "Shu'o d-Helane", ein Gestein, das nach Helena, der Mutter Konstantins benannt wurde. Einigen Legenden zufolge fand sie das heilige Kreuz Jesu in Palästina.

Es wird manchmal erzählt, dass Beth Kustan in vorchristlicher Zeit eine Herberge oder eine Raststelle für Reisende war. Im folgenden soll auf Beth Kustan näher eingegangen werden.

Die Landschaft

Kaum ein anderes Dorf in Tur Abdin verfügt über soviel Land wie Beth Kustan. Südlich des Dorfes befinden sich Höhlenkomplexe, die durch den Abbau des Kalkgesteins vergrößert wurden. Sie scheinen unendlich komplex zusein. Beim Abbau des Kalkgesteins wurden Gräber aus vorchristlicher Zeit freigelegt. Unterdessen tauchte beim Bau einer Strasse, etwa 1984, ein vom Pfeil durchbohrter Schädelknochen auf. Immer wieder trifft man auf Knochen, die jedoch aufgrund ihres Alters zerfallen. Die Gräber wurden zum Teil in den Gestein hineingehauen.

Die ”Berhemiye” liegt 2 km östlich vom Dorf. Die Mor Barsawmo-Kirche liegt auf einem Berggipfel, von dem aus man einen großartigen Rundblick über diese Gegend hat. Weinberge, Eichen und andere Fruchtbäume prägen das Bild der Landschaft.

Weiter nord-östlich von der "Berhemiye" auf der links gegenüberliegenden Bergseite befinden sich die “Harbe d-Mor Gabriel”, die Ruinen des Heiligen Gabriel, dem berühmtesten Sohn dieses Dorfes. Es handelt sich um ein Hof dessen Mauern aus felsenschweren Steinblöcken bestehen. Die Mauern sind lediglich etwa ein Meter hoch.

Von Beth Kustan aus erreicht man in süd-östlicher Richtung eine Gegend, die "Qasroke" genannt wird. Hier befindet sich vermutlich die Ruine eines sehr alten heidnischen Tempels. Die Bewohner von Beth Kustan sprechen oft von den "Salme di Qasroke", d.h. Götzen(anbeter) der Qasroke.

In einer Entfernung von etwa 4km östlich vom Dorf befindet sich im Berg auf der rechten Seite "i M'artho da 'ajobe" die Höhle der Wunder. Eine besonders komplexe und unendlich scheinbare, von vielen Sagen umwobene Höhle. Dessen Eingang wurde versperrt, um zu verhindern, dass Menschen oder Vieh sich darin verirren. 

In Sarhavdana, so der Name einer Landschaft, befinden sich die Überreste zweier Kirchen. Eine Mutter-Gottes-Kirche und Mor Osyo. Die genauere Gegend dieser beiden Kirchen trägt ebenfalls den Namen "Mor Osyo". Prof. Hans Hollerweger nennt die Mor Osyo Kirche Mor Esha'yo in seinem Buch "Lebendiges Kulturerbe Tur Abdin". Die Bevölkerung von Beth Kustan aber spricht immer von Mor Osyo. Ob es ein Synonym für Mor Esha'yo ist oder eine Verwechselung mit einer weiter süd-östlich gelegenen Kirchenruine ist, ist noch nicht klar. Die Kirchen wurden vermutlich vom Tatarenkhan Timur Lenk und seine plündernden Horden, die um das Jahr 1400 Tur Abdin heimsuchten, zerstört. Südöstlich von Sarhavdana befinden sich in der Schlucht auf einen Hügel die Ruinen eine Kirche oder Kloster. Hier fand man vor einigen Jahren ein altes Weihrauchgefäss.

Die mystische Landschaft "Zini" befindet sich nord-westlich von Sarhavdana. Hier stößt man auf beeindruckende Ruinen einer alten Zivilisation, möglicherweise den Vorfahren der kusnoye. In hartem Felsengestein gehauene Höhlen, Brunnen und geheimnisvolle Bauten bezeugen eine große Vergangenheit.

Die "Harbe da Hadode", Ruinen der Schmiede, nord-westlich vom "Zini" gelegen, sind Ruinen eines alten Dorfes. Große Säulen aus hartem Gestein "geschmiedet", stehen hier inmitten der Häuser. Wände aus rechteckigen, tonnenschweren Steinen lassen die Bedeutung dieses Ortes erkennen. Die meisten Wände stehen noch fast vollständig aufrecht, die Decken hingegen sind alle eingestürzt. Über die Bevölkerung ist nichts bekannt. Die Kusnoye erzählen eine Legende über diesen Ort: Die Dorfbewohner sollen sich während einer Versammlung einstimmig gewünscht haben, dass ihre Häuser ihnen über ihre Köpfe einstürzen mögen. So soll es darauf geschehen sein.

Geht man weiter westlich den Berg hinauf, erreicht man die "Pirhavendo". Hier befinden sich, in zwei Stellen, ebenfalls alte Ruinen. Etwa 1960 versuchten die Familien von Beth Kasho-Danho und Beth Haushab diese Ruinen aufzubauen und zu besiedeln. Die Familie Beth Haushab war zum Teil angesiedelt. Bei Beth Kasho-Danho kam es zu Unstimmigkeiten innerhalb der Familie, weshalb das Vorhaben zunächst verschoben wurde. Später verschlechterte sich die Lage der Christen in der Türkei. Die Bevölkerung begann auszuwandern. So verließ auch die Familie Beth Haushab die Siedlung.

Die "Dayrinto" nennt man die kahle Bergseite nord-östlich vom Dorf. Hier befinden sich auch Überreste von alten Bauten, zu denen auch die Mor Shem'un Kirche gehört. Die Decke der Kirche ist eingestürzt. Die übrigen Ruinen dürfen viel älter sein als die Kirche. Dort sollen einst Menschen gelebt haben. Vor langer Zeit sollen die Kusnoye Tongefäße ausgegraben haben, die mit gelblicher Erde gefüllt waren. Da die damaligen Gräber hofften Goldschätze zu finden, zerstörten sie die Gefäße und gruben sie wieder ein.

Nord-westlich des Dorf, in einer Entfernung von drei bis vier Kilometern ist eine weitere Siedlung. Diese Siedlung wird "Beylo" genannt. Sie war bis etwa 1900 bewohnt. Einige Kusnoye-Familien lebten dort. Die Häuser und die Kirche sind inzwischen zerfallen. Die Familien mussten den Kurden ausweichen und zogen nach Beth Kustan zurück. Eine davon ist die Familie Beth La'go.

Die Bevölkerung

Die Vorfahren der Kusnoye sind vermutlich aus den verschiedenen umliegenden Siedlungen zusammengezogen. Über die vorchristliche Glaube der Kusnoye gibt es verschiedene Meinungen. Manche gehen davon aus, dass die vorchristlichen Vorfahren der Kusnoye Götzenanbeter waren, weil die "Qasroke" ein Tempel solcher Götzenanbeter gewesen sein soll. Beth Kustan wurde wahrscheinlich wie viele andere Dörfer im Tur Abdin im 4. Jahrhundert christianisiert. Die Kirche Mor Eliyo ist auf das Jahr 343 datiert. Eine Steintafel enthielt eine Alt-Aramäische Inschrift, die man lange Zeit dachte, es sei römisch. Erst vor wenigen Jahren wurde der Text entziffert und festgestellt, dass es altes Aramäisch ist. Bei Renovierungsarbeiten wurde auch das Grab eines Mönches entdeckt.

Seit dem Einzug des Islams ins Land mussten die Kusnoye ständig wachsam sein und die Übergriffe der Moslems, insbesondere ab dem 15. Jahrhundert, abwehren. Beth Kustan überdauerte viele Schicksalsschläge:
die Eroberung Tur Abdins durch die Araber um 640, die Herrschaft des Tatarenkhans Timur Lenk um 1400 und den Genozid im "Jahr des Schwertes" 1914/1915. Ihre Hartnäckigkeit brachte ihnen Hass und Anerkennung gleichzeitig. Kurdisch-islamistische Extremisten lauerten ihnen ständig auf um sie hinterhältig zu töten. Besonders im 19. und 20. Jahrhundert töteten Kurden, wie "Ali Qut" Ali der Kurze, im Schutz der türkischen Politik, die Christen von Beth Kustan.

Nach 1960 begann die Emigration, zunächst nach Midyat und Istanbul und später ins Westeuropa und Skandinavien. Die Auswanderung hat das Dorf fast entvölkert. Gegenwärtig leben in Beth Kustan etwa 12 Familien. Gabriel Aktas ist der Pfarrer, Bürgermeister ist sein Bruder Ibrahim Aktas. Malfono Lahdo Acar leitet den Chor der Knaben und Mädchen.

Quelle: beth-kustan.org

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Bethzabday

Aramäischer Name: Bethzabday
Arabischer Name: Azech
Kurdischer Name: Hasach
Türkischer und offizieller Name seit der Ernennung zur Distrikthauptstadt: Idil

Azech befindet sich in Südostanatolien im Grenzgebiet zu Syrien. Es liegt auf einer Linie zwischen Mardin und Cizre. Die Entfernung Mardin-Azech beträgt 128, Azech-Cizre 30 Km.

Die Kleinstadt zählt heute rund 15000 Einwohner, überwiegend kurdische Muslime. Vor 40 Jahren war Azech noch die Heimat Arabisch sprechender Christen. Sie sind im Ursprung Aramäer und nahmen im Laufe der Zeit die arabische Sprache an. Neben Arabisch sprachen die Einwohner dieser Stadt die Sprache ihrer kurdischen Nachbarn. Wer die Schule besuchte, beherrschte Türkisch in Wort und Schrift. Hocharabisch oder Aramäisch wurden in einer Religionsschule in der Mariannenkirche illegal unterrichtet.

Die Geschichte der Einwohner in dieser Stadt ist vom Kampf um die Bewahrung der kulturell-religiösen Identität inmitten einer kurdisch-muslimischen Umgebung geprägt. Den Alltag mit den kurdischen Nachbarn bestimmten sowohl friedliche Koexistenz und gute geschäftliche Beziehungen als auch täglicher Kleinkrieg bis hin zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Christen in dieser Region. Unentwegt galt es, sich als christliche Minderheit zu behaupten: unter dem langen Arm der Hohen Pforte, später unter der straff-bedingungslosen Hand der Jungtürken und schließlich unter der Ägide gleichgültig abweisender Beamten der Türkischen Republik. Hinter den Kulissen zogen meist die eigentlichen Machthaber der Region die Fäden: die kurdischen Aghas. Sie waren Fürsprecher der christlichen Nachbarn bei der Obrigkeit oder ließen sie fallen und bekämpften die Christen im Namen der Staatmacht. Nicht selten hatten die Aghas das Schicksal der Christen in ihrer Hand.

Heute haben bis auf wenige Familien, nahezu alle Christen Azech verlassen. Die verschiedenen Flucht- und Auswanderungswellen werden im folgenden kurz zusammengefasst.

Anfang des 19. Jh. leitete Schammas Stayfo die Geschicke von Azech. Viele Geschichten und Legenden ranken sich um seine Person. Er genoß höchste Anerkennung als außergewöhnlich mutiger, gescheiter und zugleich bescheidener Mann. Er sah das Verderben, in das sein Neffe Shaq Bazo die Stadt führen würde, vorher. Ungeachtet dieser Warnung ernannten die Stadtbewohner Azechs Shaq Bazo zum Nachfolger von Semmas Stayfo und beschworen damit die erste große Vertreibung herauf. Shaq Bazo nämlich verweigerte dem Mire Bota, dem kurdischen Emir von Bota, der seinen Sitz in der heutigen Stadt Cizre hatte, den üblichen Tribut. Schlimmer noch: Shaq Bazo machte die Soldaten des Mire Bota zum Gespött und schickte sie gedemütigt zurück. Der Mir reagierte prompt. Er überfiel Azech gemeinsam mit Mire Kora, dem "einäugigen Emir" von Rawanduz. Der Ferman Rawenduz, wie der Überfall noch heute unter den Leuten aus dieser Stadt genannt wird, leitete die erste große Fluchtbewegung in der Geschichte von Azech ein. Zahlreiche Mädchen und Frauen wurden in den Irak entführt. Es war der Auftakt zu einer jahrzentelangen Tragödie von Flucht, Vertreibung und Auswanderung.

Immer wieder gab es bewaffnete Auseinandersetzungen mit kurdischen Stämmen. Häufig kämpften diese im Namen der Obrigkeit, meist jedoch hatten sie ihre eigene Unabhängigkeit im Sinn, bisweilen nur schlichte Bereicherung.

Zur Zeit des ersten Weltkriegs, als die Armenier auf der Seite Rußlands gegen die Mittelmächte und deren osmanische Verbündete kämpften, griffen kurdische Soldaten im Namen der Osmanen auch andere christliche Dörfer an. Zahlreiche Dörfer wurden damals zerstört. Nur in wenigen konnte die christliche Bevölkerung den Angriffen standhalten- Azech war eines davon. Die Alten berichten nicht ohne Stolz über die entbehrungsreiche Zeit der "Kurdenangriffe" während des Ersten Weltkrieges und ihren erfolgreichen Wiederstand gegen die Angreifer. Azech wurde damals nicht zerstört, das Vertrauen vieler Familien in ihren Ort als sichere Heimat aber war erschüttert. Viele wanderten aus, vor allem in das nahegelegene Qamischli im heutigen Syrien sowie in den Libanon.

Nach dem Ersten Weltkrieg verliehen Kemal Atatürk und seine neue laizistische Türkische Republik Christen und Muslimen die gleichen Rechte als Staatsbürger. Damit verbesserten sich die allgemeinen Lebensbedingungen der Christen, und das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen entspannte sich in der Folge etwas.

Die Entspannung jedoch war nicht von Dauer. Mit dem Tod Atatürks und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs kehrten wieder schlechte Zeiten ein. Viele Männer wurden eingezogen. Eine große Hungersnot herrschte zur Zeit der Inflation im Tur Abdin. Hinzu kamen immer wieder Auseinandersetzungen mit kurdischen Muslimen. In ihren Geschichten erinnern die Alten an die schweren Hungersnot in der es nichts zu essen gab und die Not entsprechend groß war.

Hunderte Familien wanderten zu dieser Zeit in das nur 20 Kilometer südöstlich liegende Derike (Malikiyye) im heutigen Syrien aus. Heute zählt Derike mehrere tausend christliche Bewohner, die aus Azech ausgewandert sind.

Ein weiterer Markstein der Auswanderungsgeschichte war die Zypernkrise im Jahr 1964. Vor dem Hintergrund der griechisch-türkischen Auseindandersetzungen wurde von seiten der Kurden auf die Christen des Tur Abdin erneut verstärkt Druck ausgeübt. Von den damaligen Übergriffen berichten die Alten von Azech in ihren Erzählungen von Entführungen und Morden. Wieder verließen viele Christen Azech. Meist folgen sie bereits ausgewanderten Verwandten nach Derike und Qamischli.

Neben Handwerk betrieben die Bewohner dieser Stadt hauptsächlich Landwirtschaft. Sie lebten vom Anbau von Getreide, Wein, Obst und Gemüse sowie von der Vieh- und Bienenzucht. Mit Ackerbau und Viehzucht konnten keine Reichtümer angehäuft werden. Die Äcker waren steinig und nicht übermäßig ertragreich. Plünderungen von Feldern und Weinbergen und die Abholzung von Obstbäumen durch Kurden kamen erschwerend hinzu. Die Lebensgrundlage der Bauern schwand nach und nach.

Als zu Beginn der 60er Jahre ein Rekrutierungsbüro in Diyarbakir Fremdarbeiter für Deutschland anwarb, meldeten sich auch einige Männer aus Azech. Sie wollten von Deutschland aus ihre Familien in der Heimat unterstützen, Diesem Beispiel folgend schickten immer mehr Familien ihre erwachsenen Söhne zum Arbeiten nach Deutschland, damit diese so zum Lebensunterhalt der Familien in Azech beitragen konnten.

Auswanderung nach Europa hatten die Bewohner der Stadt, zum damaligen Zeitpunkt nicht im Sinn. Zwar war das Verhältnis zu den Kurden nach wie vor kompliziert und die ökönomische Lage der meisten Familien schwierig, aber die Mehrzahl der Leute wollten die Heimat nicht aufgeben.

Als im Jahre 1974 im Vorfeld der Bürgermeisterwahlen auf offener Straße ein Attentat auf den Christlichen Bürgermeister und einige einflussreiche Männer verübt wurde, und ein Muslim sich anschickte den "traditionell" christlichen Bürgermeister abzulösen, waren viele Christen verunsichert. In den folgenden Jahren fand die bisher größte Auswanderungswelle, diesmal nach Europa statt. Sie erreichte ihren Höhepunkt 1978, als ein Muslim das Amt des Bürgermeisters übernahm. Nun sahen die meisten Christen in Azech keine Zukunft mehr. Land und Besitz waren ohnehin übernommen worden. Was noch nicht in kurdischer Hand war, wurde von den Auswanderern an die neuen Leute von Azech verpachtet.

Heute leben die Christen aus Azech überall, nur nicht in Azech. So lebt ein großer Teil in Syrien, in den grenznahen Orten Derike (Malikiyye) und Qamischli.

Größere Gemeinden haben sich in einigen Orten und Gegenden Schwedens, der Schweiz und Deutschland gebildet. So gibt es im schwedischen Norrköping eine Gemeinde von etwa 200 Familien, in der Nähe von Zürich (Baden und Umgebung) etwa 120 Familien, im Tessin (Lugano, Locarno und Bellinzona) etwa 100 Familien. In Deutschland leben in Stuttgart und Umgebung etwa 100 Familien, in Bad Vilbel und Umgebung etwa 100 Familien, in Pfullendorf etwa 100 Familien, in Böhl-Iggelheim und Umgebung etwa 30 Familien. Einzelne Familien finden sich in Aalen, Augsburg, Hamburg, Gelsenkirchen, Calw, Balingen und Göppingen. Auch in Frankreich, Österreich, Italien, Australien und den Vereinigten Staaten haben sich einzelne Familien niedergelassen.

Etwa 50 Pfarrer der syrisch-orthodoxen Kirche halten heute in ganz Deutschland regelmäßig Gottesdienste ab und kümmern sich um das Seelenheil der Gläubigen. 1997 wurde für die syrisch-orthodoxen Christen in Deutschland eine Diözese gegründet. Die Diözese Deutschland hat ihren Sitz im ehemaligen Dominikanerkloster in Warburg (Nordrhein-Westfalen), Oberhaupt ist Metropolit Mar Dionosius Isa Gürbüz.

Glaube, gemeinsame Herkunft und nicht zuletzt ein eigenständiger Dialekt vermitteln den Leuten von Azech auch in ihren neuen Gemeinden ein Gefühl der Zusammengehörigkeit.

Quelle: bethzabday.de

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Bnebil (Bülbul)

Bnebil liegt 12 km östlich von Mardin an den südlichen Abhängen des Tur 'Abdin unterhalb einer etwa 200 m hohen Felswand. Die 276 (285) Einwohner sprechen Mardin-Arabisch; 30 Familien waren

1980 noch christlich. Ihr Priester ist Jakub Günay (geb. in Keferzi, Priesterweihe 1954). Dorfkirche ist „Mor Jakub".

An dieser Stelle stand in byzantinischer Zeit die Festung „Benabelon". Das aus der syrischen Kirchengeschichte bekannte Kloster „Mor Stephanus", heute Ruine, befindet sich in der Nähe des Dorfes .Im 16. Jahrhundert war Benabil überwiegend christlich; seine Bevölkerung wuchs von 1518 bis 1554 um 87 auf 102 Häuser an . 

Der Ort wurde im Zusammenhang mit kopierten Handschriften und deren Kopisten mehrfach erwähnt. Als der Missionar Pany um 1895 Benabil besuchte, erlebte er einen heftigen Streit um ein Mädchen, das seinem Verlobten weggelaufen war, um einen anderen Mann zu heiraten. Nur das Machtwort des Patriarchen konnte den Streit dadurch schlichten, daß er eine größere Geldsumme an die Familie des verlassenen Bräutigams durch den jungen Ehemann zahlen ließ.

Zwar hat der Patriarch im fernen Damaskus heute in dieser Region kaum noch Einfluß auf sein Kirchenvolk; der Bischof  Philoxenos Hanna Dolabani aber wurde bis kurz vor seinem Tode 1969 noch häufig bei Streitigkeiten hinzugezogen. Eine solche Persönlichkeit fehlte den Christen im Tur 'Abdin seit der Pensionierung von Bischof Juavannes Afrem Bilgic; sein Nachfolger Jakub AI Ain-wardi vermochte wegen seiner häufigen Abwesenheit diese Lücke nicht zu füllen. Auch deswegen, weil sie ihres Haltes beraubt waren, suchten die syrischen Christen vom Tür 'Abdin ihr Heil in der Auswanderung. Die weitere Entwicklung seit der Weihe eines neuen Bischofs 1982 bleibt abzuwarten.

Quelle: Die Syrischen Christen vom Tur Abdin- 1985/Helga Anschütz

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C


Metropolit Mor Julius Yeshu Çiçek

Eine große Säule der Syrisch-Orthodoxen Kirche ist gefallen, seine Eminenz Mor Julius Cicek Metropolit Zentral-Europas und der Benelux-Länder ist am 29. Oktober 2005 entschlafen und übergegangen von dieser irdischen Welt zur himmlischen Welt.

Herzliches Beileid an seine Heiligkeit Moran Mor Ignatios Zakka Iwas, das Oberhaupt der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien und den restlichen Bischöfen und allgemein an den Klerus der Syrisch-Orthodoxen Kirche

  • Herzliches Beileid an die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien
  • Herzliches Beileid an jeden Syrer/Suryoyo (Syrisch-Orthodoxen) und allgemein an jeden Christen.
  • Herzliches Beileid an uns alle
  • Deine Gebete mögen mit uns sein unser geistlicher Vater Mor Julius Cicek !!!
  • Möge Gott dich würdig machen mit den Heiligen zusammen einzutreten zum Fest deiner Himmelsherrschaft. AMEN

Das ganze syrisch-aramäische Volk trauert und weint und bemitleidet unseren guten und wahren Hirten der Syrisch-Orthodoxen Kirche, seine Eminenz Abun Mor J. J. Cicek.

Würdig wurde ihm der Titel "Mor Yakub des 20. Jahrhunderts" verliehen von seiner Heiligkeit Moran Mor Ignatios Zakka des Hauses Iwas I. Der wahrhaftig einer der Reorganisatoren der Syrisch-Orthodoxen Kirchen war. Eine große Säule, die die Syrisch-Orthodoxe Kirche hielt und festigte ist gefallen und gestürzt durch seinen plötzlichen Tod der über uns alle kam, sie der unerwartete Dieb der Nacht, der Jesus selbst versinnbildlicht, wenn Jesus seinen Engel des Todes aussendet um sein Pfandgut zu ihm zu holen.

Es ist ein großer Verlust für die Syrisch-Orthodoxe Kirche und für das syrisch-aramäische Volk. Mögen seine Gebete uns stets begleiten.

Biography englisch siehe Link:

http://syriacchristianity.org/bio/SyriacOrthodox/bio_JuliusCecek.htm

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Metropolit Mor Julius Yeshu Çiçek mit dem Aram-Preis für die aramäische Sprache und Literatur ausgezeichnet

SOLNews – Stockholm (Januar 2004). „The Association of the Academic Arameans“ verlieh am 12. Dezember 2003 den Aram-Preis des Jahres 2003 seiner Eminenz Mor Julius Yeshu Çiçek, dem Metropoliten der syrisch-orthodoxen Diözese Mitteleuropas, wegen seines großen Verdienstes an der Belebung und Pflege der syrisch-aramäischen Sprache und Literatur. Mor Julius schrieb eine große Anzahl syrischer Handschriften in seinem eigenen kalligraphischen Stil ab und gab über hundert syrische Bücher heraus. Er machte einen großen Teil der syrischen Literatur den interessierten Lesern zugänglich und bereicherte das Studium der syrischen Sprache und Bücher, indem er den syrischen Bibliotheken viele schöne handgeschriebene Faksimileausgaben bescherte, so die Begründung der Jury in der ihm verliehenen Urkunde.

1. Januar 1942  - 29. Oktober 2005

Nicht nur literarisch hat sich Mor Julius Yeshu Çiçek einen Namen gemacht, sondern auch im pastoralen Dienst für die syrisch-orthodoxe Kirche. Seit Übernahme der Leitung der neu gegründeten Diözese von Mitteleuropa im Jahre 1977 als Patriarchalvikar und seit 1979 als Bischof investierte er viel Kraft in den Aufbau der Kirchengemeinden der Diözese, welche sich über sechs Länder erstreckt: Holland, Deutschland (seit 1997 selbstständige Diözese), Belgien, Frankreich, Schweiz und Österreich. Er erwarb vierzig Kirchen und drei Klöster: Mor Ephrem der Syrer 1981 (NL), Mor Augin 1996 (CH) und Mor Jakob von Serug 1996 (D); er weihte zahlreiche Priester, Diakone, Mönche, Nonnen und Subdiakone sowie Lektoren. Darüber hinaus veröffentlichte er bislang 113 Werke und gibt seit 1978 die Zeitschrift Kolo Suryoyo kontinuierlich heraus. Für den Bar ‘Ebroyo Verlag erwarb er 1986 eine eigene moderne Druckerei, die leider nur ungefähr vier Jahre in Betrieb gehalten werden konnte. Wegen seiner hervorragenden Leistungen verlieh ihm der Patriarch Mor Ignatius Zakka Iwas den Titel „Mor Jakob Burd‘ono des 20. Jahrhunderts“ und begründete dies damit, „dass Mor Julius seine Diözese mit großem Eifer leitet, Gemeinden baut und das syrische Volk im Glauben stärkt. Daher ist er würdig, seinen Namen mit Buchstaben aus Licht in das Buch der Geschichte einzutragen“. Der heilige Mor Jakob Burd‘ono († 578) war derjenige Bischof, der die syrische Kirche im 6. Jahrhundert mit über achtzig von ihm geweihten Bischöfen reorganisierte, als die syrische Kirche auf Grund ihrer Verurteilung der Lehre des Konzils von Chalkedon (451) von den Chalkedonensern massiv verfolgt wurde.

Mor Julius Yeshu Çiçek, der 1942 geboren ist, stammt aus einer Priesterfamilie aus dem Dorf Kafro ‘Eloyto im Tur Abdin. Seine Eltern, Priester Barsaumo und Bathqyomo Sayde, waren ab 1951 im Pastoraldienst in der nördlich vom Tur Abdin gelegenen Region Besheriye tätig. Seine Mutter war eine geweihte Bathqyomo (1), ein seltenes Amt in der gesamten damaligen Syrischen Kirche, und hatte die Aufgabe, einen Priester zu unterstützen, vor allem bei der Taufe der erwachsenen Frauen. Um seinen Eltern bei seelsorgerlichen Aufgaben zu helfen, ließ sich Mor Julius von 1951-1955 im Kloster Deir Za‘faran theologisch ausbilden und war zwei Jahre lang im Dienst des gelehrten Bischofs Mor Philoxenos Hanna Dolabani († 1969) in Mardin, der ihn durch seine Spiritualität und sein Engagement für die Herausgabe syrischer Bücher entscheidend beeinflusste.

Er vertiefte sich in dieser Zeit vor allem in das Studium des Syrischen und des Arabischen und erlernte auch den Umgang mit der Druckerei. 1957 hatte er seinem Vater bei der Betreuung syrischer wie auch armenischer Familien in den zerstreuten Dörfern des Besheriye beizustehen. Nach Verlauf eines Jahres weihte ihn Bischof Hanna Dolabani 1958 zum Diakon und schickte ihn in die Regionen Bitlis und Seert, wo er ca. 270 Menschen taufte (ohne den heiligen Myron, der nur einem Priester vorbehalten ist) und sie seelsorgerlichen betreute. Nach dem Massaker an den Syrern im Jahre 1915 blieben die wenigen Überlebenden dort ohne geistliche Betreuung und damit ohne Empfang der heiligen Sakramente und gerieten so in Vergessenheit.

In dieser Zeit entschied sich Mor Julius für ein Leben als Mönch. Als er 1960 in das Kloster Mor Gabriel kam, wurde er Mönch und 1969 Priester, geweiht durch den Bischof vom Tur Abdin, Mor Iwannis Afrem Bilgiç (1891-1984). Nach dem Ableben des Abtes Şabo Güneş übernahm Mor Julius 1962 die Leitung des Klosters und begann, wie Mor Shmuel und sein Schüler Mor Shemun, die ersten Gründer dieses Klosters vor 1607 Jahren, das Kloster wieder zu beleben. Er renovierte die verfallenen Gebäude, schuf Neubauten, befestigte das Kloster mit einer Mauer, gründete ein Priesterseminar (1963), trug das Kloster und seine Immobilien ins Grundbuch des türkischen Staates ein (1964), baute eine Autostraße (1966), versorgte das Kloster mittels eines Generators mit dem damals in der Region nur selten vorhandenen Strom (1972) und gab die Klosterchronik in arabischer und türkischer Sprache heraus (1971). Um dies alles zu finanzieren und die Klostergemeinschaft zu versorgen, unternahm er zweimal Spendenreisen: 1964 nach Syrien und 1972 nach Europa. Während seines zwölfjährigen Dienstes bereitete Mor Julius Yeshu das Kloster Mor Gabriel auf die Mönchsgemeinschaft und die vielen Seminaristen vor, so dass es heute als Perle im Herzen des Tur Abdin glänzen kann.

Das Kloster Mor Gabriel ist bekannt für die vorbildliche Pflege der syrischen Sprache sowie dafür, dass die in ihm ausgebildeten Seminaristen als Bischöfe, Priester und Lehrer der syrischen Kirche dienen, wie das Kloster und seine Mönche damals im 7. und 8. Jh. die einzigen in der Region waren, die in ihrer theologischen Haltung und weltlichen Politik gegen die Unterdrücker der syrischen Kirche eine entscheidende Rolle spielten.

Als Mor Julius 1973 in den Libanon reiste, um für das Kloster Mor Gabriel eine syrische Druckerei zu erwerben und einzurichten, wurde er unerwartet vom mittlerweile verstorbenen Patriarchen Mor Ignatius Jakob III. († 1980) beauftragt, die Syrer in der westlichen Diaspora zu betreuen. So kam er 1974 nach Deutschland und hielt sich von 1975-1977 in den USA bei Mor Athanasius Yeshu Samuel auf. Dann kehrte er wieder nach Europa zurück und betreute von der niederländischen Stadt Hengelo aus all die zerstreuten syrischen Gemeinden in den europäischen Ländern, deren Mitglieder in den 1960er und 1970er Jahren als Gastarbeiter zum großen Teil aus dem Tur Abdin kamen. Als die zwei Diözesen von Mitteleuropa und Skandinavien im Jahre 1977 gegründet wurden, übernahm Mor Julius Yeshu Çiçek endgültig die Leitung der Diözese Mitteleuropas.

Der Aram-Preis des Jahres 2003 ist ein deutliches Zeichen für die Anerkennung und Dankbarkeit im Hinblick auf das geistige und literarische Werk seiner Eminenz Mor Julius Yeshu Çiçek, der seit 45 Jahren im Dienst der der syrischen Kirche und für die Pflege des syrisch-aramäischen Erbes unermüdlich tätig ist.

(1) Bathqyomo wird als „Tochter des Bundes“ übersetzt und bezeichnet eine Frau, die ein Gelübde abgelegt hat. Eine geweihte Frau mit dieser Bezeichnung lebte ursprünglich asketisch und für den Dienst an den Armen. Zum ersten Mal finden wir diesen Namen bei dem ältesten syrischen Kirchenvater, Bischof Aphrahat dem Weisen (ca. 280-367), und ist nur in der syrischen Kirche bekannt. Diese Weihe hat im Laufe der Zeit ihre Bedeutung verloren und wird heute nicht mehr vollzogen. Jedoch wird die Frau eines Priesters auch heute noch gewöhnlich als Barthqyomo bezeichnet, auch wenn sie nicht geweiht ist.

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D

Das Kloster Deir az-Zafaran
Diözesen der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien
Dayro d`Mor Augin
Dayro d` Mor Malke
Dayro d´ Slibo
Diyarbakir
Aramäische Dörfer (Alphabetisch geordnet)
DIE DREIFALTIGKEIT UND DIE EINHEIT 

Das Kloster Deir az-Zafaran

Das größte und bedeutendste Kloster des Tur Abdin liegt unweit der Stadt Mardin und trug ursprünglich den Namen Deir Mar Hanania (Ananiaskloster). Heute wird der Komplex allgemein Deir az-Zafaran genannt, was eine Anspielung auf die safrangelbe Farbe seiner Außenmauern ist.

Die ältesten Gebäudeteile stammen aus dem 4. Jh. n.Chr. Hierzu zählt auch das sog. Beit Qadishe (Haus der Heiligen). Hierbei handelt es sich wahrscheinlich ursprünglich um einen Unterrichtsraum für Medizin. In seiner heutigen Gestalt zeigt es sich allerdings als Grabgebäude, zu dem es wohl im 13. Jahrhundert umfunktioniert worden ist. Es sind sieben Arkosolnischen zu sehen, in denen insgesamt ca. 50 Patriarchen und über 100 Metropoliten beigesetzt sind. Die Amtsträger wurden in vollem Ornat beigesetzt, wobei jeweils der zuletzt verstrobene sitzend bestattet wurde. Der gesamte Raum ist von einer Kuppel überwölbt.

Aus dem 4. Jahrhundert n.Chr. stammt die Marienkirche, die heute für Taufen benutzt wird. Es ist noch ein geosteter Steinaltar mit einem Holzaufsatz (wohl aus dem 16. Jh.) erhalten. Vor diesem Altar sind noch einige Mosaikreste zu sehen, die ins 5./6. Jahrhundert n.Chr. datiert werden.

Die eigentliche Klosterkirche, die dem Heiligen Ananias geweiht ist, stammt ebenfalls aus dem 4. Jahrhundert n.Chr.. Sie war ursprünglich größer, ist aber nach der Zerstörung durch die Mongolen kleiner wieder aufgebaut worden. Es handelt sich um einen Bau mit drei Apsiden. In großer Höhe über dem Boden befindet sich eine Holzempore, auf der die Menschen den Gottesdienst verfolgen konnten, wenn die Kirche sehr voll war. Direkt neben dem Eingang ist ein Fresko aus dem 9. Jh. erhalten, das den Ananias zeigt. In der Hauptapsis befinden sich ein Metropolitenthron und der Thron des syrisch-orthodixen Patriarchen, der auch als Patriarch von Antiochia bezeichnet wird. Da das Kloster aufgrund der gefährlichen Situation der Christen in der Türkei heute nicht mehr der Patriarchensitz ist (der Patriarch lebt seit 1959 im Exil in Damaskus), wird der Patriarch durch ein Foto repräsentiert, das den Thron ziert. Bemerkenswert ist noch ein Friesband, das den ganzen Raum umzieht. Es zeigt Rankenmuster und korbähnliche Motive.

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Diözesen der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien

Patriarchat des Apostolischen Stuhles von Antiochien und des ganzen Ostens

Die Syrisch-Orthodoxe Kirche zählt heute 48 Diözesen und Patriarchalvikariat

Syrien

  • Residenz des Patriarchats

Patriarch von Antiochien und dem ganzen Osten: S.H. Moran Mor Ignatius Zakka I. Iwas

1. Patriarchen-Sekretär: Metropolit Mor Athanasius Eliyo Bahe
2. Patriarchen-Sekretär: Mor Philoxenos Mattais Nayis (seit 7.1.2007)

Patriachalvikar für die Angelegenheiten Indiens:  Mor Athanasius Geeverghese

1.    Patriarchal-Vikariat von Damaskus
Bischof: Mor Iwannis Paulos al-Souky

2.    Erzdiözese von Aleppo
Metropolit: Mor Gregorius Hanna Ibrahim
Webseite: www.alepposuryoye.com

3.    Erzdiözese von Jazirah und Euphrat
Metropolit: Mor Ostatheos Matta Rohom 

4.    Erzdiözese von Homs und Hama
Metropolit: Mor Silvanos Petrus al-Na'ma
Vorgänger: Mor Malatius Barnaba (+ 2004)

Irak

1.    Erzdiözese von Bagdad und Basra
Metropolit: Mor Severius Jamil Hawa

2.    Erzdiözese vom Kloster Mor Matta
Metropolit: Mor Timotheos Mousa Shamani (seit 16.12.2005)
Vorgänger: Mor Dioskoros Luka Sha'ya († 22.9.2006)

3.    Erzdiözese von Mossul
Metropolit: Mor Gregorius Saliba Shamoun

Heiliges Land

1.    Patriarchal-Vikariat von Jerusalem und Jordanien
Metropolit: Mor Severius Malke Mourad

Libanon

1.    Erzdiözese von Beirut
Metropolit: Mor Athanasius Aphrem Barsaum

2.    Erzdiözese von Tur Lebnon
Metropolit: Mor Theophilos George Saliba

3.    Metropolit der ”Benevolent Institution”
Metropolit: Mor Philoxenos Matta Shem’un/
                      Mor Klemis Daniel Gevriye (seit 18.2.2007)

4.    Erzdiözese von Zahle
Metropolit: Mor Justinianus Bulus
Vorgänger: Mor Severius Saliba Tuma (+ 2004)

Türkei

1.    Erzdiözese des Tur'Abdin
Metropolit: Mor Timotheus Samuel Aktas

1.    Kloster Mor Gabriel

2.    Mor Yakub, Salah

3.    Mor Malke, Arkah

4.    Kloster Mor Abrohom und Mor Hobel, Midyat

5.    Kloster Mutter Gottes, Hah

6.    Mort Shmuni Kirche, Midyat

7.    Mor Barsaumo, Midyat

8.    Mor Sharbel, Midyat

9.    Mor Hadbshabo, Aynwardo

10.  Mor Azozoel, Kfarze

11.  Mor Eliyo, Bethkusyone

12.  Mor Theodoros, Arkah

13.  Mor Esha’yo, Anhel

14.  Mor Dodo, Bethsbirino

15.  Mor Yakub von Srugh, Midon

2.    Erzdiözese von Mardin
Metropolit: Mor Philoxenos Saliba Özmen
Website: www.deyrulzafaran.com

1.    Kloster Deir Zafaran

2.    Vierzig-Martyrer Kirche, Mardin

3.    Bnebil

4.    Mutter-Gottes-Kirche, Diyarbakir

3.    Patriarchal-Vikariat von Istanbul
Metropolit: Mor Philoxenos Yusuf Çetin
Website: www.suryanikadim.com

4.    Patriarchal-Vikariat von Adiyaman-Kharput u. Umgebung
Metropolit: Mor Gregorius Malke Ürek (seit 10.12.2006)

Mitteleuropa

1.    Patriarchal-Vikariat von Holland
Metropolit: Mor Polykarpos Avgin Aydin (seit 15.4.2007)
Erzdiözese von Mitteleuropa und Benelux (bis 28.10.2006)
Vorgänger: Mor Julius Yeshu' Çiçek († 29.10.2005)
Webseite: www.morephrem.com

2.    Patriarchal-Vikariat von Deutschland
Metropolit: Mor Julius Hanna Aydin
Vorgänger: Mor Dionysius Isa Gürbüz (bis 31.1.2006)

3.    Patriarchal-Vikariat von Belgien und Frankreich
Metropolit: Mor Severius Hazael Saume

4.    Patriarchal-Vikariat von der Schweiz und Österreich
Metropolit: Mor Dionysius Isa Gürbüz

Schweden

1.    Erzdiözese von Schweden und Skandinavien
Metropolit: Mor Julius 'Abdalahad Gello Shabo

2.    Patriarchal-Vikariat von Schweden
Metropolit: Mor Dioskoros Benjamen Ata
ş

       Großbritannien

1.       Patriarchal-Vikariat von Großbritannien
Metropolit: Mor Athanasius Touma Dawud Dakama

USA

1.    Patriarchal-Vikariat des Ostens der USA
Metropolit: Mor Kyrilos Aphrem Kerim
Vorgänger: Mor Athanasius Yeshue Samuel
Websei
te: www.syrianorthodoxchurch.org

9

Mor Mark's Church, Teaneck, New Jersey

10

Mor Ephraim Church, Washington DC

11

Mor Matthew's Church, Boston

12

Mor Athanasius Church, Florida

13

Mother of God’s Church, Florida

14

Mor Stephen Church, Miami, Florida

15

Mor Jacob of Urhoy, Florida

16

Mor Marks Cathedral, Teaneck, NJ 07666

17

Mor Gabriel's Church, Hackensack, NJ

18

Mother of God's Church, Shrewbury, Worcester

19

Mother of God’s Church, Paramus, NJ 07652

20

Mor Barsawmo Church, NJ 07430

21

Mort Helen, Indiana 46237

22

Mor Peter & Mor Paul Church, Southfield, MI 48075

23

Mor John the Baptist Church, Illinois

24

Mor George Church, New York

25

Mor Peter's Church, New York

26

Mor Ephraim Church, Rhode Island

27

Mor Jacob of Nsibin, Corpus Christi,Texas 78419

2.    Patriarchal-Vikariat des Westens der USA
Metropolit: Mor Clemis Eugene Kaplan 
Vorgänger: Mor Athanasius Yeshue Samuel (+ 1995)
Website: www.soc-wus.org

1

Mor Ephraim's Cathedral, Burbank, California

2

Mort Mary's Church, Phoenix, AR

3

Mor Paul's, San Diego, California

4

Mor Elias Church, Chico, CA

5

Mor Ephraim's Church

6

Mor George's Church, San Fernando, California

Kanada

1.    Patriarchal-Vikariat von Kanada
Metropolit: Mor Timotheos Aphram Aboodi
Webseite: www.syrianorthodoxchurch.com

1.    Saint Jacques Church, Montreal

2.    St. Severius' Church, Calgary, Alberta

Australien

1.    Patriarchal-Vikariat von Australien und Neuseeland
Metropolit: Mor Malatius Malke Malke

1.    Mor Yacoub Burdono Church,  Melbourne

2.    Mor Ephrem Church

3.    Mor Gabriel

4.    Mother of God Church

Argentinien

1.    Patriarchal-Vikariat von Argentinien
Metropolit: Mor Nikolaus Mattay

Brasilien

1.    Patriarchal-Vikariat von Brasilien
Patriarchalvikar: Rabban Gabriel Dahho

1.    Saint Maria Church

Indien - Kerala

1.    Erzdiözese der Kananaya: Mor Severios Kuriakose & Asst. Bischof Mor Gregorios Kuriakose

2.    Diözese von Angamaly: Mor Severios Abraham (Asst. Bischof: Mor Aprem Mathews)

3.    Diözese von Cochin: Mor Gregorios Joseph

4.    Diözese der Simhasana Kirche und der Institution des apostolischen Stuhl in Indien

5.    Diözese von Malabar: Mor Philoxenos Yuhanon

6.    Diözese von Kandanad: Mor Iwannis Mathews

7.    Diözese Kollam & Thumbamon: Mor Miltheos Yuhanon

8.    Diözese Kollam: Mor Theodosios Mathews

9.    Diözese von Trissur: Asst. Bischof Mor Eusebios Kuriakose

10.  Diözese von New Delhi und Groß-Indien: Asst. Bischof Mor Osthatheos Pathros

11.  Diözese Niranam-Thumpamon: Asst. Bischof Mor Kurilos Geevarghese

12.  Diözese von Groß-Indien & Kottayam: Metropolit: Mor Themotheos Thomas Muriyankal
Website: www.syrianorthodoxarchdiocese.com

13.  Diözese der Malakara-Syrisch-Orthodoxen in den USA und Kanada: Mor Titos Yeldo
Website: www.malankara.com

14.  Evangelical Association of the East & The Honavor Mission: Mor Polykarpos Geevarghese & Asst. Bischof Mor Chrisostomos Markose

15.  Patriarchalvikariat der Patriarchal-Institutionen & Kirchen: Mor Julius Kuriakose

16.  Abtei des Klosters Mor Ignatius Elyas III. (Manjinkkara/Pathanamthitta): Mor Dionysius Geevarghese

17.  Abtei des Klosters Malecuriz: Mor Dioskoros Kuriakose

18.  Diözese Europa & M.S.O.T Seminar in Udayagiri: Mor Theophilos Kuriakose

19.  Antiochienische Bewegung in Indien: Mor Athanaius Elias

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Dayro d`Mor Augin

Das älteste Kloster im TUR ABDIN ist Mar Augin, das an den Abhängen des Izlo-Gebirges erbaut wurde. Der heilige Augin gilt als der Begründer des monastischen Lebens im TUR ABDIN und als dessen zweiter Missionar. Mor Augin lebte zu Konstantinos Zeiten, also im 3. Jahrhundert. Er war bekannt für seine Teufelsaustreibungen, rettete ein Kind aus den Klauen der wilden Wölfe im tiefen Wald und auch die von ihm bestandene Feuerprobe lässt ihn nicht in Vergessenheit geraten. Mor Augin hatte 72 Schüler (Jünger), darunter waren Heilige wie z.B. Mor Isayo.

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Dayro d` Mor Malke

Dieses in seiner langen Geschichte häufig zerstörte Kloster wurde erst nach dem 2. Weltkrieg von den christlichen Bewohnern der umliegenden Dörfer wiederaufgebaut. Es liegt 4 km südlich von Harapali und etwa 20 km südöstlich von Midyat in der "Raite" oder im "Izala", dem gebirgigen Teil des südlichen Tur 'Abdin. Am Fuße des Hügels, auf dem Deir Mar Malke errichtet wurde, entspringt der Av-i-Spi, ein Quellfluß des Djaghdjagh, der die Sümpfe bei Nusaybin bildet. Obst-, Wein-, Gemüse- und Tabakanpflanzungen umgeben das Bauwerk, ein umfangreicher Landbesitz gehört dazu.

Das von den einheimischen Christen als Wallfahrtsort verehrte Kloster wird dem heiligen Malke, einem Verwandten des Klostergründers Mar Augen, zugeschrieben. In der Kirchengeschichte wurde es verschiedentlich erwähnt.
Bis vor kurzem wurden noch manchmal Epileptiker hierhergebracht, die, an eine Kette gefesselt, in einen tiefen Brunnen hinabgelassen wurden, wo sie mindestens 24 Stunden verbringen mußten. Wie man mir bei meinem Besuch versicherte, seien verschiedene Geisteskranke auf diese Weise geheilt worden.

Über diesen Ruf des Klosters berichtete schon Niebuhr um 1760: Epileptiker seien durch die Fürbitte des heiligen Malke und die Gebete der Mönche geheilt worden. Gertrude Bell beobachtete an eine Kette gefesselte Geisteskranke, bei denen "wirksame Teufelsaustreibungen" vorgenommen worden waren. Als sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts dort war, traf sie noch einen Bischof an, der in diesem mehrfach von Kurden geplünderten und nur noch teilweise restaurierten Bauwerk residierte.
Bis 1981 war das Kloster dagegen nur von Schabo Bilgic, Mönch aus dem Kloster Mar Gabriel, und einer Familie bewohnt. (Als ich das Kloster 1968 besuchte, hatte der Mönch Jakub Kurt /heute in Hah/ eine Klosterschule für die Dorfjugend aus den umliegenden christlichen Siedlungen eingerichtet; sie mußte jedoch geschlossen werden, als er das Kloster verließ.) Nach einem Überfall der Kurden verließen alle Bewohner 1981 das Kloster.

Das früher so bedeutende Kloster hat auch besonders in den Kämpfen zwischen Zentralregierung und kurdischen Aufständischen in den Jahren von 1924 bis 1928 gelitten. Damals verschanzten sich die Kurden hinter den Klo-stermauern und forderten dadurch ein Bombardement heraus, das den größten Teil des Klosters zerstörte. Erst in den fünfziger Jahren wurde das Bauwerk durch die benachbarte Dorfbevölkerung wiederaufgebaut. Dabei blieb zwar die Architektur erhalten, etwa noch vorhandene Ornamentik wurde jedoch durch den Mauerverputz verdeckt. Als erster Mönch zog der alte Kaume mit einer Familie in die restaurierten Räume ein. Er ist inzwischen verstorben.

Quelle:
Helga Anschütz, Die syrischen Christen vom Tur Abdin, 1984

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E

Ephesos - Hauptstadt der Provinz Asia

Historischer Überblick

Die christlichen Bauten von Ephesos

Das sogenannte Lukasgrab
Die Marienkirche
Die Paulus-Grotte
Das Siebenschläfer-Coemeterium
Die Johannesbasilika

Enhil - Yemisli - Anhil - Anhel - Anhül

Ephesos - Hauptstadt der Provinz Asia

Einer der faszinierendsten Orte in der Geschichte des frühen Christentums ist Ephesos (heute Selcuk) an der Westküste der heutigen Türkei. Die pulsierende Metropole der Antike mit imposanten Bauten, wie dem Artemision - einem der sieben Weltwunder - war zugleich ein Zentrum christlichen Lebens.

Historischer Überblick

Den ältesten Fund im Gebiet des heutigen Ephesos stellt ein mykenisches Grab aus dem 14. Jh. v.Chr. dar; es lässt auf eine mykenische Ansiedlung am Ayasoluk um 1500 v.Chr. schließen.

In hethitischen Quellen begegnet eine Ortschaft Apasa, in einer Landschaft Arzawa an der Westgrenze des hethitischen Einflussgebiets. Sie könnte mit Ephesos identifiziert werden.

Nach dem Zusammenbruch der mykenischen und der hethitischen Herrschaft entstand eine ionische Ansiedlung. Gemäß einer Chronik aus dem Jahre 264/3 v.Chr. soll sie am Nordhang des Koressos erfolgt sein. Der sagenhafte Stadtgründer war Androklos, Sohn eines griechischen Königs. Eine weitere griechische Ansiedlung mit dem Namen Smyrna befand sich entweder am Fuß des Theaters oder östlich der heutigen Staatsagora. Daüber hinaus gab es eine Ansiedlung von Ureinwohnern um den Kultbezirk des späteren Artemision, sowie eine karische Siedlung, die weiter landeinwärts lag. Diese Siedlung wurde von den Griechen zerstört.

Ab 800 v.Chr. gehörte Ephesos zum ionischen Städtebund. Im 6. Jh. v.Chr. kam es unter lydische Herrschaft (unter Kroisos, 560 - 547 v.Chr.). Die besondere Bedeutung des Kroisos für die Siedlungsgeschichte von Ephesos bestand darin, dass er die Einwohner der ionischen Siedlung am Koressos zwang, mit den Bewohnern der Ansiedlung um den Kultplatz in der Ebene zusammen zu ziehen. Er gestaltete diesen Ort als Heiligtum der Artemis aus. Sein Ziel war es, ein Gegengewicht gegen Milet, den großen Tempel in Didyma und das Hera-Heiligtum auf Samos zu schaffen. 546 v.Chr. erlitt Kroisos eine Niederlage gegen die Perser, und Ephesos wurde persisch. Es war nicht am ionischen Aufstand beteiligt.

386 v.Chr. gelangte Ephesos unter persische Oberhoheit, nach der Schlacht am Granikos (334) wurde es makedonisch-griechisch, nachdem es zwischenzeitlich auf die Seite der Griechen übergewechselt war und dem attisch-delischen Seebund angehört hatte.

Um 300 v.Chr. gehörte Ephesos - nach der Konsolidierung der Diadochenreiche - zum Machtbereich des Lysimachos. Auch Lysimachos lenkte die Siedlungsgeschichte in besonderem Maße. Zwischen Pion und Preon gründete er eine neue Stadt, die er nach seiner Frau Arsinoe nannte. Die Bewohner der bisherigen Ortsanlage um das Artemision herum siedelste er dorthin um, auch die Einwohner von Teos, Lebedos und Kolophon zwang er, sich zu Gunsten der neuen Stadt dort anzusiedeln. Der Grund für die Neugründung war in erster Linie der verlandete Hafen von Ephesos. Darüber hinaus wurde das alte Siedlungsgebiet häufig überschwemmt, und der Grundwasserspiegel stieg. Den Namen Arsinoe trug die Stadt nur kurze Zeit und wurde bald wieder Ephesos genannt.

281 v.Chr. wurde die Stadt seleukidisch, kurzfristig auch ptolemäisch. 188 v.Chr. gehörte sie zu Pergamon, 133 v.Chr. wurde sie zur römischen Provinz. Zwar hatte Ephesos noch einige Privilegien, aber durch das Steuersystem wurde es ausgebeutet. Nachfolgend eroberte Mithradates VI. die Stadt, wurde aber von Sulla besiegt. Es folgte der römische Bürgerkrieg und 31 v.Chr. die Neuordnung des Römischen Reichs. Ephesos war Hauptstadt der Provinz Asia und die Steuererhebung stand unter direkter Kontrolle des Augustus, so dass der Missbrauch eingeschränkt wurde.

Ab 220 n.Chr. kam es zum langsamen Niedergang des Römischen Reichs. 262 n.Chr. wurde Ephesos von den Goten von See her angegriffen und geplündert. 431 n.Chr. fand das Konzil von Ephesos statt.

Die Verlandung des Hafens und die zunehmende Versumpfung der Umgebung förderte die Malariagefahr. Im 6. Jh. n.Chr. entstand daher die Siedlung auf dem Ayasoluk, unterhalb der Johannesbasilika. Dort gab es zudem eine größere Sicherheit vor arabischen Piratenangriffen.

Ende des 11. Jh. folgt der nächste größere Einschnitt: Die Seldschuken siegten 1071 in der Schlacht bei Malazgirt über Ostrom. Ephesos wird 1090 für kurze Zeit seldschukisch. 1147/48 überwinterte Konrad III. während des 2. Kreuzzuges in Ephesos, 1304 wurde Ephesos wieder seldschukisch, 1389 osmanisch. 1402 wurde es durch die Mongolen erobert und 1426 endgültig osmanisch und bedeutungslos. Der heutige Ort Selcuk wurde im 20. Jh. gegründet.

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Die christlichen Bauten von Ephesos

Das sogenannte Lukasgrab

Die Forschung am Lukasgrab, das sich in der Nähe des Magnesischen Tores befindet, ist noch nicht abgeschlossen, es ist aber gesichert, dass dieses Bauwerk zwei wesentliche Bauphasen erlebt hat.
In der ersten Phase handelte es sich um eine römische Brunnenanlage, einen Monopterusbrunnen, der in der Mitte des 2. Jh. n.Chr. errichtet worden war. Das Podium hatte einen Durchmesser von 15,15 m. Auf der Sockelmauer sind 16 Pfeiler errichtet worden, die mit Orthostatenplatten verkleidet waren. Bei den Ausgrabungen wurde an der aus byzantinischer Zeit stammenden Südtreppe eine dreisträngige Wasserleitung freigelegt, die auf den Mittelpunkt des Rundbaus zulief. Diesen bildete ein Mittelpfeiler, der innen hohl war. Die Zugänge befanden sich an der Ost- und Westseite, die heute byzantinisch überbaut sind. An der Nordseite zwischen zwei Pfeilern hat sich ein in den Boden eingelassenes Wasserbecken (70 x 35 x 50 cm) zum Ablauf des Brunnens befunden.

Auffällig sind die T-förmigen Verlängerungen der Säulenfundamente in Richtung Mitte. 14 Zwischenräume waren von außen durch Türen zu betreten, von denen vier in den Umgang um die Mittelsäule führten, die übrigen führten in Kammern, die hinten verschlossen waren. Die Nutzung dieser Kammern ist unklar.
In der 1. Hälfte des 5. Jh. n.Chr. wurde die römische Brunnenanlage byzantinisch umgestaltet

Eine Unterkirche im östlichen Sockelbereich und eine oberirdische Kirche entstanden. Dazu wurde die Brunnenanlage nicht nur durch den Einbau einer ringförmigen Fundamentmauer erweitert. Auch entstanden ein Narthex an der Stelle der westlichen Treppenanlage und eine Apsis an der östlichen Treppenanlage. Damit der Kirchenraum der Unterkirche, für den die radialen Mauern im östlichen Sockelbereich entfernt wurden, eine hinreichende Raumhöhe erhielt, wurde das Bodenniveau um 40 cm tiefer gelegt. Der Zugang zur Unterkirche lag zwischen Säule 12 und 13. Er war von zwei Pfeilern mit Kreuz bzw. Stier und Kreuz umgeben. Bei den Pfeilern handelt es sich um Spolien; auf der Seite des Pfeilers mit Kreuz und Stier ist noch eine ausgeschlagene Personendarstellung zu erkennen, womöglich eine Person im Redegestus.

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Die Marienkirche

Im Jahre 431 n.Chr. tagte das 2. Ökumenische Konzil in der Marienkirche, die durch den Umbau der Südhalle des Temenos des Olympieion entstand. Die besonders repräsentativ gestaltete dreischiffige Halle war 263 m lang. Sie bot sich zu dem Umbau in eine Kirche an.

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Die Paulus-Grotte

Die sogenannte Paulusgrotte ist eine 7 x 3 m große Höhle, von der aus ein ca 15 m langer Gang in den Berg hinein führt. Die Paulusgrotte trägt diesen Namen aufgrund eines Freskos mit der Darstellung von Paulus, das sich an der westlichen Längswand befindet. Zu Beginn des Ganges ist zunächst eine Darstellung Abrahams mit Isaak zu finden. Die Fresken wurden von Hirten, die diese Höhle als Unterstand und Feuerstelle nutzten, mit einer Kreideschicht versehen. Vor der christlichen Nutzung dieser Grotte scheint sie auch bekannt gewesen und genutzt worden zu sein. Darauf lässt eine Gipsschicht unter den Fresken schließen, die zwar nicht bemalt wurde, auf der aber noch Fingerabdrücke und Graffiti zu erkennen sind.
Die Fresken stammen aus dem 6. Jh. n.Chr. Am Eingang kann man auf einem roten Hintergrund eine Fürbitte lesen. Im Gang befindet sich ein Fresko, das die Legende von Paulus und Thekla wiedergibt. 

Paulus ist recht ungewöhnlich dargestellt, nämlich mit geteiltem Bart. Damit soll er vermutlich als jüdischer Schriftgelehrter dargestellt werden. Links von ihm ist im Obergeschoss eines Hauses am Fenster Thekla zu sehen, die der Predigt des Paulus zuhört. Auf der anderen Seite ist Paulus von Theokleia flankiert, die nach den apokryphen Paulus- und Theklaakten ihre Tochter davon abzuhalten versucht, den asketischen Predigten des Paulus zuzuhören und zu folgen.
Der erwähnte Gang führt zu einer weiteren Höhle. Am Ende des Ganges waren wohl vor dem eigentlichen Altarraum Chorschranken angebracht. In der Mitte des Altarraums ist Christus dargestellt, rechts und links von ihm sind jeweils drei lebensgroße Gestalten mit einem Nimbus abgebildet.
 

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Das Siebenschläfer-Coemeterium

Einer Legende nach sollen sieben Männer während der Decischen Verfolgung (249-251) in eine Höhle geflüchtet sein, in der sie dann von den Verfolgern eingemauert wurden. Unter Theodosius II. (408-450) sollen diese Männer wieder hervorgekommen sein. Ebenso wie viele andere Orte, beansprucht auch Ephesos für sich, Schauplatz dieses Vorfalles gewesen zu sein.
In der Höhle sind heute noch 10 Grabkammern zu erkennen. Über diesen ist wohl gegen Ende des 4. Jahrhunderts n.Chr. eine Kirche errichtet worden, die mit der unterirdischen Anlage über eine Treppe im nördlichen Vorhof verbunden war. Am Eingang des Coemeteriums befindet sich ein Sarkophag, der als letzte Ruhestätte der Maria Magdalena verehrt wird.

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Die Johannesbasilika

Epehsos ist geprägt von einer sehr starken Johannes-Tradition (die Gelehrten streiten darüber, um welchen Johannes es sich handelt. zur Auswahl stehen u.a. der Jünger Johannes, der Verfasser der Apokalypse, der sog. Presbyter Johannes, der Zebedaide Johannes...). Eine Grablege auf dem Ayasoluk-Hügel wurde von den frühen Christen als die letzte Ruhestätte dieses Johannes verehrt, und so wurde bereits im 4. Jh. n.Chr. ein Memorialbau mit Basilika über dem Grab errichtet.
Justinian ließ die vorhandenen Bauten im 6. Jh. niederreißen, um eine neue Basilika zu errichten. Diese orientierte sich architektonisch stark an der Apostelkirche in Konstantinopel. Es handelt sich dabei um eine Kreuzkuppelkirche in Form eines lateinischen Kreuzes, deren Hauptkuppel sich direkt über der Grablege erhob. Das Baptisterium des Vorgängerbaus wurde beibehalten. Auch heute noch sind in zahlreiche Bodenmosaiken zu erkennen, und auch das Taufbecken ist noch erhalten.

 © Sebastian Buck 2007-2008

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Enhil - Yemisli - Anhil - Anhel - Anhül

Dieser Ort liegt mit seinen mehrheitlich christlichen 1520 (1426) Einwohnern 10 km südlich von Midyat an dem alten Verkehrsweg Midyat-Nusaybin auf einem Kalkfelsen. In neuester Zeit erhielt der 1968 noch rein christliche Ort muslimischen Zuzug. 1980 lebten hier noch 120 christliche Familien.

Im Dorf stehen mehrere alte Kirchen und ein Kloster: "Mar Kyriakos" (Priester: Ibrahim Özkaya, geb. 1924, Priesterweihe 1953, Landwirt. Er wanderte 1979 in die Bundesrepublik Deutschland aus und lebt heute im Frankfurter Raum.) - "Mar Eschaya" (Priester bis 1973: Abdulahat Isik, geb. 1895, Priesterweihe 1927, gest. 1973. Sein Nachfolger wurde Priester Aho). Im Kloster "Mar Schimun" werden nur an besonderen Feiertagen Gottesdienste abgehalten. Mehrere Kirchenruinen befinden sich in der Umgebung des Ortes, u.a. noch die Überreste der Kirche "Mar Gewergis".
Enhil gehört zu den größten Dörfern des Tur 'Abdin und beherrscht dessen südlichen, "Raite" genannten Teil. Einige Läden und Handwerksbetriebe haben sich hier angesiedelt.

Enhil war auch in der Geschichte ein bekannter Ort. Aus dem Mittelalter haben mehrere Handschriften, darunter zwei Bücher mit Heligenviten aus dem 9. Jahrhundert, die wechselvolle Geschichte überdauert. Seit dieser Zeit fand der Ort unter verschiedenen Namen häufige Erwähnung (Bet Nahle an-Nahl - Deboraita - Anchill - Anhel - Enhil). In den Katasterbüchern des 16. Jahrhunderts wurde Enhil unter den reichen, christlichen Siedlungen aufgeführt. Seine Einwohnerzahl stieg zwischen 1526 und 1570 von 68 auf 108 Familien.

Im 17. Jahrhundert gingen aus Enhil ein Sonderpatriarch und ein Maphrian hervor; im 19. Jahrhundert war es Bischofssitz. 1821 wurde ein Maphrian aus Enhil von Kurden getötet. Mehrere Kopisten und Autoren stammten noch im 19. Jahrhundert aus diesem Dorf; Kurdenscharen unter der Führung von Massur Beg plünderten und brandschatzten Enhil 1855; dabei kamen drei Priester um.
Von diesen Kriegsereignissen erholte sich das Dorf nur schwer und wurde deshalb von den verschiedenen europäischen Reisenden für unbedeutend gehalten. Preusser beschrieb es sogar als "echtes Räubernest", das von "wild aussehenden Kurden" bewohnt war.

Wegen seiner günstigen Lage konnte Enhil im 1. Weltkrieg erfolgreich verteidigt werden; während der Kämpfe wurden ein Bischof und viele Dorfbewohner getötet. Im Zusammenhang mit der kurdischen Rebellion nach dem Krieg erlitt Enhil durch den kurdischen Führer Hadjo erneute Brandschatzungen. Nach der Vertreibung der Kurden aus Beirut 1976 belagerten die Rückwanderer wochenlang das Dorf und veranlaßten viele Christen zur Flucht nach Europa.

Quelle: Helga Anschütz, Die syrischen Christen vom Tur Abdin, 1984

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G

Gawayto (Sare)

Mor Gabriel (594-668), Abt und Metropolit
Mor Gabriel Kloster
Gertrude Bell
Glaubenslehre der Syrisch-Orthodoxe-Kirche

Geschichte der Aramäer (Syrisch-Orthodoxen-Kirche von Antiochien)
Geschichte Tur Abdins
Geschichte vom  Dorf Sare (Gawayto) und Beth Bsorino

Geschichte der Aramäer (Syrisch-Orhodoxe-Kirche)


Herkunft der Syro-Aramäer

Die Sprache der Aramäer
Christianisierung der Aramäe
Die Syrisch Orthodoxe Kirche
Die Nation der Syrer
Edessa
Antiochien
Indien


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Mor Gabriel (594-668), Abt und Metropolit:

"Gabriel, der guten Männer Haupt,
der erweckte die Toten und der befreite
alle Besessenen, war ein Segen!"

Der heilige Gabriel ist der berühmteste Sohn Beth Kustans und der Hauptheilige des Tur Abdin. Sein Leben stellt einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte des Klosters von Kartmin dar, das später nach ihm benannt wurde. Von diesem Kloster aus leitete er zwei Diözesen, die von Tur Abdin und jene von Dara. Während der Eroberung Tur Abdins durch die Araber handelte er mit dem raschidischen Kalifen Umar einen Vertrag aus, der die Rechte der Christen in diesem Gebiet sicherte.

In der Erinnerung lebte Mor Gabriel als ein heiliger Mann, dem Propheten Elia gleich. In der Chronik von Kartmin lesen wir, dass er mit Gottes Hilfe drei Tote zum Leben erweckte: Seinen Freund und Abt des Klosters "Dayro Daslibo", den Sohn einer Witwe aus Sigun und einen Jungen aus Olin.

Im Alter von 70 Jahren schickte der Heilige Gabriel einige Männer mit Ochsen nach Beth Debe (Badebe), um einen Stein ins Kloster zu transportieren. Der Stein war so schwer, dass die Ochsen ermüdeten und vier Meilen vor dem Ziel aufgeben mussten. Als der Heilige Gabriel den schweren Stein sah, befahl er allen Leuten im Kloster, beim Transport des Steines mitzuhelfen. Auf diesen Befehl Gabriels verließen sogar die Toten ihre Ruhestätte um mitzuhelfen.
Er sah sie voller Verwunderung an, denn er hatte diese Männer noch nie zuvor im Kloster gesehen. Als sie ihm erzählten, dass sie Tote seien und auf seinen Befehl auferstanden sind, warf sich der Heilige vor ihnen nieder und bat um Vergebung.
Auch ein Besessener, der im Kloster angekettet war, befand sich unter ihnen. Die Toten hatten ihn von seinen Fesseln befreit. Auf ihre Gebete und mit Gottes Hilfe wurde der schwere Stein schließlich ins Kloster transportiert und in der großen Kuppel der Theodora abgelegt.

In einem Traum sah er, dass seine Zeit zu sterben gekommen war. Er rief seine Schüler zu sich und begann zu beten und zu bitten für alle, die im Namen Gottes leben. Am 23. Dezember 668 starb der Heilige Gabriel um 9 Uhr im Alter von 74 Jahren.

Die gesamte Bevölkerung Tur Abdins nahm an seiner Beerdigung teil, darunter auch 10 Bischöfe, 2700 Priester und Ministranten. Wegen des großen Andranges wurde dabei ein 10-jähriger Junge zu Tode getrampelt. Auf seine Fürbitten wurde der Junge wieder zum Leben erweckt. Die Legende sieht in Mor Schemun d-Zayte (Simon von den Oliven) diesen Knaben.

Die bemerkenswertesten Taten des Heiligen Gabriels sind aber diejenigen, die er nach seinem Tode bewirkte und zwar mittels seiner Reliquien: Übernatürliche Energie schien aus seinen Knochen hervorzutreten, besonders aus dem rechten Arm und den Fingern der rechten Hand. Als die Pest im Tur Abdin wütete, wurde der Leichnam Gabriels exhumiert und aufrecht in der Kirche aufgestellt, um der Pest ein Ende zu erbitten. Sein rechter Arm wurde abgetrennt und nach Hah gebracht, um auch dort ein Ende der Pest herbeizuführen. Und so geschah es auch.
Dieses Wunder geschah 126 Jahre nach seinem Tod.

Ihm sind drei Feiertage gewidmet: der 23. Dezember, der Neue Sonntag sowie der 31. August.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, der dich, Heiliger Gabriel, auserwählt hat.

Mehr über das Leben dieses großen Mannes:

» Die Geschichte von Mor Schmuyel, Mor Schemun und Mor Gabriel von Dr. A.Palmer., Verlag Bar Hebräus, Losser-Holland, 1983
» Die Geschichte des Klosters Mor Gabriel von F.Y. Dolabani, Bar Hebräus-Verlag, Losser-Holland, 1991.

(Bücher sind in aramäischer Sprache)

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Mor Gabriel Kloster


Zu den ältesten noch heute bestehenden Klöstern gehört Mor Gabriel (Qartmin), eine Gründung des 4. Jahrhunderts sowie das Ananiaskloster ("Dayr Za'faran") mit der Kirche aus dem 6. Jahrhundert, das für Jahrhunderte auch Sitz des Patriarchen bzw. Gegenpatriarchen der Jakobiten war. Beide Klöster sind bis heute Bischofssitze der Syrisch-orthodoxen Kirche.

"Gesegnet bist du, Kloster der Heiligen Samuel und Simon!
Schätze des Lebens erfüllen deine Mauern.
Zwölftausend sind im "Haus der Heiligen",
Achthundert, die aus Ägypten kamen.
Berühmt und gefeiert heiliger Bischof Gabriel!
Zugleich verherrlicht ihr Heiligen Aksenoyo und Simon von den Oliven.
Halleluja! Ihre Gebete mögen unsere Hilfe sein."

Das Kloster Mor Gabriel, vor 1600 Jahren (397) von Samuel gegründet, zeichnet sich dadurch aus, dass es eines der ältesten, wenn nicht das älteste bestehende Kloster der Welt ist. Um mindestens 400 Jahre älter als eines der Athosklöster, reicht seine Gründung hinter die des Klosters Mar Saba in Palästina um etwa 80 Jahre und die des Katharinenklosters am Sinai um 150 Jahre weiter zurück. Das bedeutet, dass die Mönche und Nonnen des Klosters Mor Gabriel, die dort heute das monastische Gebet singen, eine Tradition fortsetzen, die, wenn man von einigen Perioden absieht, in denen das Kloster einem Überfall zum Opfer gefallen und für einige Zeit verwaist war, sich über einen Zeitraum von etwa 1500 Jahren erstreckt.

Schon aufgrund dieses Umstandes verdient das Kloster Mor Gabriel von der gesamten christlichen Welt in Ehren gehalten zu werden. Für die Syrisch-Orthodoxe Kirche aber hat das Kloster eine besondere Bedeutung, da es ein Zentrum syrisch-orthodoxer Liturgiesprache und Tradition bildet. Über die Jahrhunderte hinweg sind viele berühmte Namen mit dem Kloster verbunden, wie Mor Aksenoyo (Philoxenos), Mor Shemun d-Zayte (Simeon von den Oliven), Mor Gabriel aus Beth Kustan, dem das Kloster seinen gegenwärtigen Namen verdankt, und viele andere.

Ein Zeugnis der Bedeutung des Klosters als kulturelles Zentrum über die Jahrhunderte hinweg stellen die vielen Manuskripte dar, die von hier ihren Weg in Bibliotheken des Westens gefunden haben. Ein frühes Beispiel dafür ist das schöne Estrangelo Manuskript, das die biblischen Bücher Esra und Nehemia enthält. Es wurde von einem gewissen Emmanuel im Herbst des Jahres 770 kopiert. Im Mittelalter befand sich dieses Manuskript, wie einige andere, die im Kloster entstanden waren, in der Bibliothek des syrischen Klosters in der Nitrischen Wüste. Heute befindet es sich in der British Library.

Die British Library besitzt auch ein anderes wichtiges Manuskript, das in Mor Gabriel geschrieben wurde. Dieses enthält ein theologisches Kompendium des Bar Hebräus mit dem Titel "Das Buch der Strahlen". Dieses wurde von einem gewissen Barsaumo im Jahre 1364 kopiert, weniger als ein Jahrhundert nach dem Tod des Autors. In jüngster Zeit spielt das Kloster eine sehr wichtige Rolle, indem es Syrischlehrer für syrisch-orthodoxe Gemeinden für viele Teile der Welt zur Verfügung stellt.
Die Schule wurde 1956 durch Abt Shabo Gurash wiederbegründet; sie hat sich unter seinen Nachfolgern sehr ausgeweitet: Abt Yeshu Cicek (von 1962-1973, jetzt Metropolit Mor Yulius) und Abt Samuel Aktas (ab 1979, jetzt Metropolit Mor Timotheos).

Es erübrigt sich festzustellen, dass der Erfolg jeder Schule von den Lehrern abhängt. Im Falle der Schule von Mor Gabriel ist dem Direktor Malfono Isa Gülten für seine unermüdliche Arbeit und sein Engagement in besonderer Weise zu danken.

Quelle: Sebastian Brock

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Engel legten das Fundament

Die Legende von der Gründung des Klosters Mor Gabriel findet man in der Lebensgeschichte der Heiligen Samuel und Simon. Diese beginnt so:

Gegen Ende des 4. Jahrhunderts verließ Samuel, der aus Esthin in der Nähe von Savur stammte, in jungen Jahren sein Dorf und seine Verwandten und fasste den Entschluss, allein als Mönch zu leben. Er zog sich in die 
Einsamkeit am Umrin Berg in der Nähe von Nusaybin (Nsibin) zurück und verbrachte dort zehn Jahre in Gebet und Betrachtung. Als die Perser das Gebiet eroberten, zog er nach Osten und erbaute bei einer Quelle in der Nähe 
von Kartmin eine einfache Behausung aus Stein. Durch ein Wunder heilte er ein Kind mit Namen Simon, das von einer bösartigen Krankheit befallen war. Er nahm Simon als seinen Schüler zu sich.

Der heilige Samuel liebte die Einsamkeit. Deshalb zog er weiter weg vom Dorf und nahm Simon mit sich. Die beiden Heiligen wanderten in nordöstlicher Richtung. Während sie auf ihrem Weg Psalmen beteten, gelobten sie, dort ein kleines Kloster zu bauen, wo sie das ganze Buch der Psalmen beendet hätten. Als sie alle Psalmen gesungen hatten, waren sie, nur einen Steinwurf entfernt, bei den Ruinen eines heidnischen Tempels angelangt. Wie sie kurz zuvor versprochen hatten, blieben sie an dieser Stelle. Die beiden Heiligen, die von ihrer Wanderschaft sehr müde waren, fielen in einen tiefen Schlaf. Sie nahmen sich vor, beim Anbruch des Tages mit der Errichtung ihres Klosters zu beginnen.

Als sie in tiefem Schlaf versunken waren, erschien dem Simon ein Engel des Herrn in der Gestalt des heiligen Samuel: "Simon, mein Sohn, steh auf! Lasst uns das Fundament für das Kloster legen!" Simon stand auf und ging mit dem Engel. Der Engel wies auf einen Stein im Westen und sagte: "Das soll das nördliche Tor sein." Der Engel bezeichnete dann einen Stein in südlicher Richtung und sagte: "Und das soll das südliche Tor sein."
Dann gab der Engel dem Simon eine Messschnur und die beiden maßen eine ausgedehnte Fläche ab: von Ost nach West und von Nord nach Süd. Als der heilige Simon sah, wie groß der Platz war, wunderte er sich und fragte bei sich selbst: "Warum einen so großen Platz für zwei Menschen?" Der Engel wusste, was er dachte und sagte: "Mach dir keine Sorgen! Das wird in Zukunft der Ort sein, wo viele Menschen beten und wohnen werden! Hast du nicht von der Offenbarung gehört, die der Prophet Sacharja erhielt? Dort heißt es: 'Lauf und sag dem jungen Mann dort: Jerusalem wird eine offene Stadt sein wegen der vielen Menschen und Tiere, die darin wohnen'. (Sach 2,8) Ebenso heißt es: 'Die künftige Herrlichkeit dieses Hauses wird größer sein als die frühere'. (Hag 2,9)." Daraufhin sagte Simon: "Gut, aber wer wird ein so großes Haus bauen?"
Der Engel nahm einen großen Stein und hob ihn etwa einen Meter in die Höhe und sagte: "Die Kraft, die diesen Stein mitten in der Luft hält, wird diesen Bau errichten."

Nachdem der Engel und der heilige Simon das Fundament gelegt hatten, kehrten sie zu dem Platz zurück, wo Samuel schlief. Der heilige Simon legte sich wieder schlafen ohne bemerkt zu haben, dass es ein Engel gewesen war. Dann wachte der heilige Samuel auf. Sobald er sein Gebet beendet hatte, weckte er den heiligen Simon auf und sagte: "Steh auf, mein Sohn, lasst uns Steine sammeln, die wir brauchen, um das Haus des Gebetes zu bauen." Der erschöpfte Schüler aber sagte: "Meister, die ganze Nacht haben wir gearbeitet und das Fundament gelegt. Wir haben doch drei Steine als Markierung an verschiedenen Stellen aufgestellt." Als er das hörte, begriff er, dass Simon eine Erscheinung gehabt hatte. Er sagte: "Gut, dann gehen wir zu diesem Platz und setzen unsere Arbeit fort." Als sie dort ankamen, sah der greise heilige Samuel den Stein in der Luft schweben und hatte eine große Freude. Sie begannen miteinander mit der Errichtung des Hauses des Gebetes.

Dies trug sich im 708. Jahr nach Alexander dem Großen, dem Sohn Philipps von Mazedonien (d.i. im Jahr des Herrn 397) und zur Zeit Falabyanos, dem Patriarchen von Antiochien.

Quelle:  Yuhanon Dolabani, Geschichte des Klosters Mor Gabriel, Mardin 1959

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Gertrude Bell 

Gertrude L(owthian) Bell (* 14. Juli 1868 in Washington Hall, County Durham; † 12. Juli 1926 in Bagdad) war eine britische Forschungsreisende, Historikerin, Schriftstellerin, Archäologin, Alpinistin und politische Beraterin. Auf Grund ihrer auf einer Reihe von Reisen gewonnenen Kenntnisse des Nahen und Mittleren Ostens spielte sie ebenso wie der als Lawrence von Arabien bekannt gewordene Thomas Edward Lawrence während und nach dem Ersten Weltkrieg eine große Rolle in der politischen Neuordnung dieser Region.

Als zunächst inoffizielle Mitarbeiterin des britischen Geheimdienstes, später als politische Verbindungsoffizierin und Orientsekretärin war sie maßgeblich an der Gründung des heutigen Iraks beteiligt und gehörte zu den engen Vertrauten des irakischen Königs Feisal. Auch an der Entstehung des archäologischen Museums in Bagdad hatte sie wesentlichen Einfluss.
Quelle:wikipedia

Besuch in Tur-Abdin 1909 (deutsch)

Bericht aus Tur-Abdin 1909 (english)

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H

Das Kloster Hah
Habsus
Hah
Harran
Hasankeyf (Hesno d-kifo: Festung des Steines)
Pfr.Horst Oberkampf (Initiative Christlicher Orient - ICO)
Prof. Dr. Hollerweger (Freunde des Tur Abdins)
Harabale
Berühmte Hitoriker über die Aramäer


Das Kloster Hah

Etwa 30 km östlich von Midyat liegt das Kloster Hah. Besonders die der Maria geweihte Klosterkirche ist bemerkenswert. Wie alle Marienkirchen des Tur Abdin wird sie auch El Adhra genannt (etwa "die Verehrte"). Hierbei handelt es sich um einen kubischen Bau, der ursprünglich von einer großen Kuppel überwölbt wurde. Heute lassen sich zwei Bauphasen ausmachen: Der untere Teil bis zur ersten Arkadenreihe im Giebel, auf dem früher die Kuppel ruhte, ist sehr alt, lässt sich aber nur schwer datieren. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde das obere Stockwerk vollständig erneuert und mit einer weiteren Arkadenreihe ergänzt, auf die eine neue, kleinere Kuppel gesetzt wurde.

Der Legende nach haben sich hier 12 Könige aus dem Orient getroffen (die μάγοι απο ανατολων aus Mt 2,1), aus denen drei ausgewählt wurden, um das Jesuskind anzubeten. Als sie dies getan hatten, nahmen sie ein Stück der Windel Jesu mit und versuchten, diese unter sich aufzuteilen. Doch es war ihnen unmöglich, die Windel zu zerteilen. Als sie sie daraufhin verbrennen wollten, wurden aus dem Windelstück drei Amulette, die auf der Vorderseite je einen König und auf der Rückseite ein Abbild Marias zeigten. Aus diesem Anlass gründeten die drei Könige an diesem Ort die Marienkirche.

Das Kirchengebäude gehört zum Typus der Querschiffkirche. Vorgelagert ist ein weiteres Querschiff, das eine Art Narthex bildet. Biede sind mit je einer Quertonne überwölbt, wobei diese im Hauptschiff durch die Kuppel durchbrochen wird. Diese wird vom Oktogon durch Trompenbögen zur vollkommenen Rundung geführt. An das eigentliche Kirchenschiff schließt sich im Osten eine Apsis an, in der sieben Nischen durch reich verzierte Blendarkaden aus der frühesten Zeit dieser Kirche gebildet werden.

Der Bischofssitz der ersten Diözese vom Tur Abdin war Hah, damals die Metropole vom Tur Abdin und Königsstadt. Hier ist auch die älteste christliche Kirche (Mutter-Gottes-Kirche), die nach aramäischen Bewohnern von Hah von den aus Betlehem zurückkehrenden Königen gebaut wurde.

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Habsus

Die Kirche Mor Schemun am Ostrand des Dorfes Habsus sieht man schon von weitem, wenn man von Midyat kommt. Man betritt durch den an der Südseite vorgelagerten Hof eine später hinzugefügte Vorhalle, von der aus man durch eine Türmit reichverziertem Rahmen in den Narthex gelangt.In Habsus wurde um die Mitte des 7. Jahrhunderts Mor Schemun d-Zayte, der Erbauer der Kirche, geboren.

Er wurde Abt von Mor Gabriel und im Jahre 700 Bischof von Harran. Er starb 734.Eine später entstandene Legende sieht in ihm den Knaben vom Kloster Mor Gabriel, der bei der Beerdigung des Abtbischofs Gabriel wegen des großen Andranges zu Tode getrampelt, aber auf dessen Fürbitte wieder zum Leben erweckt wurde. Er wird „d-Zayte" (von den Oliven) genannt, weil er in der Ebene südöstlich vom Turabdin 12.000 Olivenbäume gepflanzt hat. Das war ein so gewinnbringendesUnternehmen, daß das Kloster, sein Dorf und der ganze Turabdin im späten 8. Jahrhundert wohlhabend wurden.

Quelle: Lebendiges Kulturerbe

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Hah

Hah liegt 29 km östlich von Midyat im Zentrum einer fruchtbaren, hügeligen Landschaft, die von kleinen Wäldchen, Obst-, Walnuss- und Mandelbäumen und Weinfeldern geprägt ist. Ruinenfelder umgeben den Ort kilometerweit. Obwohl es auch im Norden des Tur-Abdin und in einem Gebiet liegt, das heute hauptsächlich von Kurden beherrscht wird, nimmt es doch im Bewusstsein der Syrern einen solchen Platz ein, dass es von ihnen trotz aller Schwierigkeiten noch gehalten wird. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen war Hah früher bis in den christlichen Jahrhunderten eine der bedeutendsten Städte und Zentren Tur-Abdins.

Der Name Hah stammt vom vorchristlichen Namen Habhi(a). Dieses war früher möglicherweise die Bezeichnung auch für die umliegende Region/Land, das dem heutigen Tur-Abdin entspricht. Die Formulierungen Habi, Habhi oder Habhia kommen bereits zur Zeit des assyrischen Plünderers Assurnasirpal II. vor, der die aramäische Bevölkerung vom Tur-Abdin im Jahre 879 v. Chr. tyrannisierte. Kirchengeschichtlich spielte Hah, einst die größte Metropole Tur-Abdins, eine nicht geringere Rolle: Sie war die erste Diözese im Tur-Abdin; erst 1089 wurde das Gebiet in die zwei Diözesen Kloster Mor Gabriel und Hah aufgeteilt.

Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts residierten hier nicht weniger als 18 Bischöfe. Die bekanntesten Autoren, die aus Hah stammten, waren u.a. Metropolit Sargis (Serkis), Sohn des Priesters Qar`uno († 1508), Priester Yeschu` Bar Kaylu († 1309) und nicht zuletzt der berühmte Priester Saliba Bar Khayrun († 1340), der das Kalendarium der Syrischen Kirche gänzlich erneuerte. Von einer ehemals großen Metropole wurde Hah schließlich ein kleines Dorf. Um 1870 lebten in Hah 81 und heute nur noch 18 syrisch-aramäische Familien bzw. 114 Seelen (Stand: Juli 2002). Die meisten Bewohner von Hah wanderten in den 1980er Jahren nach Europa, die meisten von ihnen wohnen in Bietigheim-Bissingen. Das Dorf hat ab 1984 Strom, Telefon und fließendes Wasser. Die syrisch-orthodoxe Gemeinde wird heute vom Mönch Musche Gürbüz seelsorgerisch betreut.

Quelle:hahoye.org

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Hasankeyf (Hesno d-kifo: Festung des Steines)

Dieser Bezirksort blickt auf eine große Vergangenheit zurück, besteht jedoch heute größtenteils aus Ruinenfeldern, einigen alten Bauten, mehreren neuen Häusern und Höhlenwohnungen. Er liegt 50 km nördlich von Midyat und ist seit jeher ein wichtiger Tigris-Übergang gewesen. Die neu angelegte und asphaltierte Straße Midyat - Batman - Diyarbakir hat Hasankeyf mit einer neuen Brücke wieder an das Verkehrsnetz angeschlossen. Fluss aufwärts stehen die Überreste der mächtigen Brücke aus frühosmanischer Zeit. In dem engen Tal mit dem rasch dahinströmenden Wasser ist nicht viel Platz für die Siedlung.

Südlich der Brücke drängt sich die Altstadt mit dem Bazarviertel um eine Moschee aus der Orthokidenzeit (14. Jahrhundert). Das Minarett ist mit Inschriften und Schlangenornamenten versehen; früher war das würfelförmige Hauptgebäude der Moschee eine Kirche. Oberhalb der Altstadt erreicht man auf einem gewundenen Pfad eine Schlucht mit großen Höhlen; früher lag hier der Hauptteil des Bazars, heute sind es Magazine und Ställe. Dahinter führen steile Serpentinen und Treppen zu einer Burgruine hoch auf Felsen mit zwei Toren, auf denen man Schlangen- und Löwenreliefs erkennen kann. Durch die schießschartenähnlichen Fenster der Burg überblickt man das Tal mit der Stadt; auf dem gegenüberliegendem Tigrisufer stehen in einer Flußschleife die Überreste einer Türbe mit blauer Kachelornamentik im persischen Stil aus dem Ende des 15. Jahrhunderts.

Westlich und östlich der Stadt erstrecken sich auf der kahlen Hochfläche mehrere Ruinenfelder mit Minaretts, Türmen und Festungsmauern. Eine in den steilen Felsen eingehauene Treppe führt direkt von der alten Brücke zu einer der Ruinenstädte oberhalb des Tigris. Flußabwärts ragen die Überreste; einiger Moscheen und Minaretts mit schöner Ornamentik aus der Orthokiden- und Osmanenzeit zwischen den Trümmern hervor. Von oben aus erblickt man auf der nördlich gelegenen Hochfläche mehrere Ölpumpen im Fördergebiet von Batman.

3 363 Einwohner, zumeist Kurden, aber auch einige arabisch- und türkisch sprechende Familien, wohnen in den Höhlen am Tigris und in den neuen Häusern beiderseits von Brücke und Straße. Sie leben von der Landwirtschaft, auch von Handel und Handwerk und den kleinen Restaurants und Teehäusern, die durch die neue Straße Midyat - Batman einen bescheidenen Aufschwung erlebten. Eine Erinnerung an die früher bedeutende Flößerei und Flussschiff- fahrt auf dem Tigris vermittelt die kleine Anlegestelle unterhalb der Altstadt, wo Flöße aus aufgeblasenen Ziegenbälgen und Baumstämmen zusammengebunden und fluß abwärts nach Cizre verschifft werden. Wie in alter Zeit so exportiert der Tur 'Abdin noch heute Holz als Baumaterial, hauptsächlich von den Pappelanpflanzungen in den Talauen. Bis zum 1. Weltkrieg und vor der neuen Grenzziehung von 1923 wurden Holz, Wein, Trockenfrüchte, Getreide und Nüsse von Armenien den Tigris abwärts bis nach Mosul und Bagdad befördert.

Die Höhlen von Hasankeyf waren bereits in assyrischer Zeit um 800 v. Chr. bewohnt; in römisch-persischer Zeit stand hier eine bedeutende Zitadelle. Römer, Perser und Armenier wechselten sich in der Herrschaft über Burg und Stadt ab. Auf dem Konzil von Chalcedon 451 war „Cepha"/„Kiphas" (der häufig erwähnte Name für die Stadt) durch einen Bischof vertreten. In byzantinischer Zeit gehörte es zu den wichtigsten Grenzfestungen im Osten des Reiches. Die Araber besetzten die Burg und Stadt nach 636. Kurdische Dynastien herrschten ab 944, die Ayyubiden ab 1232. Seit dem Mongolensturm von 1260 konnte sich die Stadt bis zur Heimsuchung durch die Tataren 1394 und auch später nicht mehr richtig erholen. 1471 kam als erster Abendländer der Venezianer Josafa Barbaro durch Hasankeyf, das er als „recht ansehnlich" schilderte. Der Wohlstand wurde aber immer wieder durch lokale Kriege beeiträchtigt.

Seit 1514 gehörte die Stadt zum Osmanischen Reich; sie war der Hauptort eines „Sanjaks", eines Bezirks, der auch den Tur 'Abdin umfaßte. Um diese Zeit lebten hier 787 christliche, 519 moslemische und 20 jüdische Familien; die Bevölkerung war also in ihrer Mehrheit noch christlich. Jedoch erschien der Ort äußerlich eher islamisch, da es in der Stadt allein vier große Freitags- und 30 kleinere Moscheen gab. Die mystischen Strömungen jener Zeit fanden ihren Ausdruck in 11 Derwischklöstern innerhalb der Stadtmauern.

Bis zum 16. Jahrhundert blieb Hasankeyf („Hesna", „Hesna dhe Kephe") westsyrischer Bischofssitz. Die Christen hatten häufig unter kurdischen Übergriffen zu leiden. Der Sonderpatriarch und Schriftsteller Mas'oud von Salah wurde bei einem Besuch von dem Fürsten von Hasankeyf vergiftet. Die muslimischen Herrscher ließen häufiger christliche Untertanen von den Felsen stürzen oder auf andere Weise töten; viele Christinnen wurden entführt.

Zu ihrem Patriarchen im Kloster Deir-ez Za'faran hatten die westsyrischen Christen ein gestörtes Verhältnis und schlossen sich deshalb erst dem Sonderpatriarchen in Salah, nach der Beendigung dieses Schismas aber dem neuerlichen Sonderpatriarchen Sohdo von Midyat an. Innerhalb dieses bis 1621 andauernden Schismas bildeten Hasankeyf und Midyat ein Bistum".

Im 14. und 15. Jahrhundert wurde Hasankeyf auch durch mehrere syrische Manuskripte und Autoren bekannt. Zu den berühmtesten hier verfaßten Werken gehört „Das Geistige Schiff des Bischofs und späteren Patriarchen Basil Mas'oud, Bischof seit 1481.

Von den vielen Kirchen, die einst in Hasankeyf standen, sind aus den Quellen und bei den Christen im Tur 'Abdin „Joldath Aloho", „Mor Zoche", „Deiro Makarius" und die Kirche der „Vierzig Märtyrer" bekannt. General Moltke berichtete um 1835 über seine Eindrücke von einer Fahrt mit dem Floß über Hasankeyf nach Cizre. In Hasenkeyf fielen ihm die Reste der großen Brücke und die Ruinen der Altstadt auf. Offenbar war der Ort bereits  ' im 19. Jahrhundert in einer ähnlichen Verfassung wie heute; die Ruinen der Bauwerke beeindruckten auch Taylor und Parry. Im Gegensatz zu dem früheren Glanz führte die Bevölkerung in den Höhlen ein ärmliches Leben.

Hier wohnten vor allem Armenier, deren Oberhaupt die amerikanische Missionsschule in Mardin besucht hatte und daher presbyterianisch beeinflußt war. Für den Gottesdienst stand nur eine kleine „kuriose" Kirche zur Verfügung. Die Muslime lebten hauptsächlich in den Häusern am Tigrisufer. Außer den armenischen lebten hier noch 50 westsyrische Familien.

Im 1. Weltkrieg wurden die Christen aus Hasankeyf vertrieben oder getötet; die Westsyrer flüchteten nach Midyat, Syrien und Beirut - von den Armeniern fehlt jede Spur. Nach dem Krieg wurde der Ort nochmals zum Kriegsschauplatz zwischen den Truppen der Zentralregierung und den Kurden, die hohe Blutverluste erlitten.

(Anmerkung von Huyodo.Com: Im Zuge des Südostanatolien-Projekts, das die Schaffung vieler Staudämme – wie auch des Ilısu-Staudamms – im Süd-Osten der Türkei zum Ziel hat, plant der türkische Staat, Hasankeyf unter Wasser zu setzen..)

Quelle: Helga Anschütz – Die Syrischen Christen vom Tur Abdin

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I

Izlo
Iwardo
Ihwo


Iwardo (Ainwardo)

Ainwardo ist eines der bekanntesten Dörfer des Tur Abdin's, es liegt auf einer Höhe, östlich von Midyat und ist 2 Stunden zu Fuß zu erreichen. Alle Bewohner des Dorfes waren syrisch-orthodox. Zur Zeit des ersten Weltkrieges betrug die Zahl seiner Einwohner 200 Familien. In Ainwardo existiert auch die große Mor Hadbschabo- Kirche, die wie eine unbezwingbare Festung aussieht.

Die Männer aus Ainwardo waren bekannt für ihre Tapferkeit und ihr Eifer. Kein Dorf von den Ländern von Mesopotamien konnte sich den Türken und Kurden widersetzten und gegen sie kämpfen, wie dieses. In der Umgebung gedeihen Getreide, Obst und Wein; wie in vielen Ortschaften der Türkei betreiben die Bauern hier auch Viehwirtschaft.

In Ainwardo stehen drei Kirchen: "Mart Schimuni", "Mar Hodtschabo" und "Joldath Aloho". Wie alle christlichen Ortschaften im Tur Abdin ist Ainwardo mehr als 1000 Jahre alt. 1248 wurden hier Mönche und ein Stylit erwähnt. Mehrere Bischöfe, Kopisten und ein Patriarch stammten aus dem unter dem Namen " 'Ain Quarda" ' Ainwarda bekannten Dorf. Ein Evangeliar mit Miniaturen aus dem Jahre 1201 befindet sich noch im Besitz der Dorfkirche.

Im Jahr 1453 besetzten die Türken den Ort; im 16. Jahrhundert erlebte es einen Aufschwung. Damals wurde es mit dem Namen "Aynwerde" unter den reichen christlichen Siedlungen im Tur Abdin in den Katasterbüchern aufgeführt. Von 1526 bis 1570 stieg die Einwohnerzahl von 46 auf 136 Familien. Einige Reisende erwähnten den Namen des Dorfes unter verschiedenen Schreibweisen.


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K

Kthobonoyo (Aramäische Sprache/Schrift)
Das Kloster Deir az-Zafaran
Das Kloster Mor Gabriel
Kafro (Tahtaito)
Kfarburan
Kferze
Kamischli (Kamischlo, Al Qamischli)
Kloster (Deiro) Mor Abrohom
Kloster Mor Jakub von Sarug (ehemals Kloster Warburg) Bischofssitz der syr. orthodoxen Kirche von Deutschland
Kulturerbe: Die Aramäische Sprache

Das Kloster Deir az-Zafaran

Das größte und bedeutendste Kloster des Tur Abdin liegt unweit der Stadt Mardin und trug ursprünglich den Namen Deir Mar Hanania (Ananiaskloster). Heute wird der Komplex allgemein Deir az-Zafaran genannt, was eine Anspielung auf die safrangelbe Farbe seiner Außenmauern ist.

Die ältesten Gebäudeteile stammen aus dem 4. Jh. n.Chr. Hierzu zählt auch das sog. Beit Qadishe (Haus der Heiligen). Hierbei handelt es sich wahrscheinlich ursprünglich um einen Unterrichtsraum für Medizin. In seiner heutigen Gestalt zeigt es sich allerdings als Grabgebäude, zu dem es wohl im 13. Jahrhundert umfunktioniert worden ist. Es sind sieben Arkosolnischen zu sehen, in denen insgesamt ca. 50 Patriarchen und über 100 Metropoliten beigesetzt sind. Die Amtsträger wurden in vollem Ornat beigesetzt, wobei jeweils der zuletzt verstrobene sitzend bestattet wurde. Der gesamte Raum ist von einer Kuppel überwölbt.

Aus dem 4. Jahrhundert n.Chr. stammt die Marienkirche, die heute für Taufen benutzt wird. Es ist noch ein geosteter Steinaltar mit einem Holzaufsatz (wohl aus dem 16. Jh.) erhalten. Vor diesem Altar sind noch einige Mosaikreste zu sehen, die ins 5./6. Jahrhundert n.Chr. datiert werden.

Die eigentliche Klosterkirche, die dem Heiligen Ananias geweiht ist, stammt ebenfalls aus dem 4. Jahrhundert n.Chr.. Sie war ursprünglich größer, ist aber nach der Zerstörung durch die Mongolen kleiner wieder aufgebaut worden. Es handelt sich um einen Bau mit drei Apsiden. In großer Höhe über dem Boden befindet sich eine Holzempore, auf der die Menschen den Gottesdienst verfolgen konnten, wenn die Kirche sehr voll war. Direkt neben dem Eingang ist ein Fresko aus dem 9. Jh. erhalten, das den Ananias zeigt. In der Hauptapsis befinden sich ein Metropolitenthron und der Thron des syrisch-orthodixen Patriarchen, der auch als Patriarch von Antiochia bezeichnet wird. Da das Kloster aufgrund der gefährlichen Situation der Christen in der Türkei heute nicht mehr der Patriarchensitz ist (der Patriarch lebt seit 1959 im Exil in Damaskus), wird der Patriarch durch ein Foto repräsentiert, das den Thron ziert. Bemerkenswert ist noch ein Friesband, das den ganzen Raum umzieht. Es zeigt Rankenmuster und korbähnliche Motive.

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Kafro (Tahtaito)

Kafro  ist ein aramäisches Wort und bedeutet übersetzt „Dorf“. Um es nicht mit dem gleichnamigen und nahe gelegenen Dorf zu verwechseln wurden sie mit einer zusätzlichen Bezeichnung „tahtaito“ und „helaito“, was „unten“ und „oben“ bedeutet ergänzt.

Kafro tahtaito erhielt nach der Entstehung der türkischen Republik den türkischen Namen Elbegendi. Das Dorf erlebte noch folgende weitere Benen­nungen wie Harapkefri, Kharap Kefre und Harabe Kefre.

Nachfolgend verwenden wir aber den althergebrachten Namen Kafro und verzichten dabei bequemlichkeitshalber noch auf den Anhängsel „tahtaito“.

GEOGRAPHIE

Das Dorf Kafro liegt in der Provinz Mardin, im Südosten der Türkei und 15 km südöstlich von Midyat entfernt. Es wurde auf einer leichten Anhöhe gebaut und befindet sich ungefähr 900 M.ü.M. Kafro ist umgeben von den anliegenden Dörfern Enhil, Harabale, Arbo und Sivrice, welche kaum mehr als 9 km entfernt sind. Als kleine Provinzstadt bietet Midyat mit 15 km Entfernung die nächste Einkaufs- und Handelsmöglichkeit. Man erreichte sie früher zu Fuss oder mit Esel. Später pendelten Minibusse. Die Grenze zu Syrien liegt lediglich 20km von Kafro entfernt. Vielfach wurde in der syrischen Provinz Kamisli Handel betrieben. Man pflegte das grenzüberschreitende nachbarliche Verhältnis aus zwei Gründen. Einerseits bot Kamisli nicht nur einen guten Absatzmarkt für die erwirtschafteten landwirtschaftlichen Erzeugnisse, sondern auch viele Handelsgüter, die in der Türkei nicht erhältlich waren. Andererseits lebten/leben in Kamisli ebenso syrische Christen, die in der Nachkriegszeit durch die Grenzziehung voneinander getrennt wurden. Somit beruhte die Beziehung zu Kamisli nicht nur auf den Handel; sie war oft auch verwandtschaftlich bedingt.

Unter dem Begriff 'Rayite' versteht man den Überbegriff der örtlich angrenzenden Dörfer Kafro, Harabale, Harapmeski, Sederi, Badibe, Ehwo und Arbo. Sie alle waren ausschliesslich von Christen bewohnt.

Als Bestandteil des Tur Abdins war das Dorf Kafro ebenso vom tragischen Schicksal betroffen. Infolge der Vielzahl von Kriegen, Verfolgungen und Schändungen des Dorfes durch fremde, v.a. muslimischen Völker blieben über die geschichtliche Entwicklung von Kafro nur noch mündliche Überlieferungen erhalten. Bücher und andere schriftlichen Dokumente wurden entwendet, verbrannt und vernichtet. Die vielfachen gesellschaftlichen Bedrängnisse brachten nicht nur dem Dorf Kafro, sondern auch allen anderen Dörfern aus dem Tur Abdin den Niedergang. 

Laut mündlicher Überlieferung hat das Dorf Kafro seinen Entstehungsursprung noch vor Christi Geburt. In dieser Berichten  beschränken wir uns jedoch nur auf den Zeitraum zwischen 1900 und heute

Im Jahre 1900 war Kafro von 30 Familien besetzt. Im 1. Weltkrieg 1914/15 waren die syrischen Christen von dessen Folgen zu tiefst betroffen. Alle, die sich retten konnten, flohen in Höhlen und fanden dort ihren Schutz. Kafro war in diesem Zeitraum unbewohnt. Erst um 1916 kehrten die ersten 8 Familien von den Höhlen in ihr Heimatdorf Kafro zurück. Kafro erlebte 1970 mit 46 Familien die Spitze der Bevölkerungszahl. Nach der in den 80-er Jahren beginnenden Auswanderungswelle, vorwiegend in Richtung Europa, schrumpfte die Zahl der Bewohner im Jahre 1992 auf nur noch 5 Familien zurück. Mit der Ausreise der drei letzten Familien im Jahre 1995 steht Kafro seither leer und unbewohnt.

Heute (2004) leben etwa 180 Familien aus dem ursprünglichen Dorf Kafro in Europa, mehrheitlich in Deutschland, Schweden und in der Schweiz. Sollte unser Rückkehrprojekt planmässig laufen -was wir natürlich sehr hoffen- so wird das Dorf Kafro bereits nächstes Jahr von von den 15 rückkehrenden Familien bewohnt werden.

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Kfarburan

Kfarburan liegt am Ende der von Midyat kommenden Asphaltstraße. Von den umliegenden Hügeln kommt reichlich Wasser. Seine Wassermühlen wurden von den Dörfern aus nah und fern benützt. Diese günstige Lage machte Kfarburan zu einem wichtigen Ort, in dem es syrisch-orthodoxe, syrisch-katholische und protestantische Christen gab, die oft unter dem Druck der kurdischen Muslime zu leiden hatten.

Während des Ersten Weltkrieges wurde sogar der Bischof ermordet. Die in den folgenden Jahren erfreuliche Entwicklung im Verhältnis zueinander wurde bald wieder zunichte gemacht. 1970 waren noch zwei Drittel der ca. 2000 Einwohner christlich, 1979 verließen die letzten Christen den Ort.

Quelle: Lebendiges Kulturerbe/ Hans Hollerweger

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Kferze

Das Dorf Keferze liegt etwas 15 km nordöstlich von Midyat oberhalb der neuangelegten Piste Midyat – Hah. Unter den 1622 Einwohnern leben 70 Syrisch-Orthodoxe Familien (1980 waren es 30 christliche Familien). Im Dorf wird Turojo und Kurdisch gesprochen. Priester ist Melke Gümüs (geb. 1929, Priesterweihe 1959).
 
Die Kirche Mor Izozoel wurde 934 errichtet und gilt als ein bemerkenswertes Beispiel syrischer Baukunst. Von den aus der Geschichte überlieferten Kirchen Mor Eliyo und Mor Malke gibt es kaum Überreste. „Kefr Zeh“ wird seit 935 erwähnt. Um 1413 plünderten Jesidi und Kurden den Ort; andere Nachrichten stammen aus dem 15. und 19. Jahrhundert.

Von der vergangenen Zivilation und dem verlorenen Wohlstand fand Gertrude Bell um 1900 nur die Überreste der Kirche Mor Izozoel; ein Vergleich dieser prachtvollen Kirche mit den „erbärmlichen Hütten“ vermittelte ihr ein „eindruckvolles Bild von Glanz und Niedergang einer Kultur“, eine Aussage, die heute noch für die meisten Ortschaften des TurAbdin zuftrifft, aber ebenso für viele andere versunkene Kulturstätten. Jedoch erscheint der heute Zustand vieler von den Reisenden vor dem 1. Weltkrieg geschilderten Dörfer trotz aller Erscheinungen des Niedergangs besser als damals.

Wie Bischof Semun im Jahre 1855 in einem Evangelium von Keferze schrieb. Griffen der Fürst Asdin Schin Buqtoyo und Masurbak das TurAbdin und unsere Kirchen an und zerstörten sie. Sie töteten vier Pfarrer,Mönche und viele Christen.

Vor und Während des Völkermordes 1914 / 1915 gab es in Keferze ca. 160 syrisch-orthodoxe und 70 moslemische Familien. In dieser Zeit sorgten 3 Pfarrer gleichzeitig für den moralischen und geistigen Segen des Dorfes. Pfarrer Yuhannun, der Sohn von Pfarrer Sabo, Pfarrer Circo, der Sohn von Pfarrer Yauno und Pfarrer Gauriye. Die Bürgermeister zu jener Zeit waren Iskender Marauge be Kawatscha und Danho be Chupano.  

Quellen:Kferze.de, Helga Anschütz, Die syrischen Christen vom Tur'Abdin, Würzburg, 1985;
Mor Ignatius I Afrem Barsaumo, Tur'Abdin Tarihi, Holland, 1985;
Aziz Günel, Türk Süryaniler Tarihi, Diyarbakir, 1970.

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Kloster (Deiro) Mor Abrohom

Deiro Mor Abrohom wird manchmal mit dem Kloster gleichen Namens bei Midyat verwechselt. Es ist als das „Große Kloster auf dem Berg Izala" in die syrische Kirchengeschichte eingegangen und wurde nach seinem Gründer Abrohom von Kaschkar (gest. 588) benannt.

Hier war ein Zentrum des ostsyrischen Mönchswesens. Das Kloster liegt etwa 40 km nordöstlich oberhalb von Mirab an einem steilen Abhang; aus seiner Schule gingen mehrere bekannte Persönlichkeiten hervor.

Heute ist nur das hohe Tonnengewölbe der Kirche mit einem Altarbogen und Säulen erhalten, die reiche Ornamente aufweisen. Ruinen stehen zwischen Walnuß- und Feigenbäumen; in der steilen Felswand oberhalb des Klosters befinden sich zahlreiche Höhlen. Vom Dach der abgestuften und würfelförmigen Kirche aus erblickt man auf einer Felsspitze die Ruinen der nahen, aus der Geschichte bekannten Burg „KaPat Jedid" („Neue Burg") und die Ebene darunter.

Eine fast unpassierbare Straße führt am Kloster vorbei bis Sideri. Sie wurde nach dem 2. Weltkrieg von einer amerikanischen Gesellschaft angelegt, die am Südrand des Tür 'Abdin erfolglos nach Öl suchte.

Bis zum 1. Weltkrieg lebten in Mor Abrohom acht Mönche und zwei Diener; die Mönche wohnten in den Höhlen neben der Kirche. Die heutige christliche Bevölkerung in dieser Gegend hat keine innere Beziehungen zum Kloster und kann daher über seine jüngste Geschichte auch nichts berichten.

Quelle: Helga Anschütz – Die Syrischen Christen vom Tur Abdin

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M

Die urlate Kirche Mor Malke in Sare

siehe Katasterkarte von Dorf Sare
Die Kirche Mor Malke nach der Sanierung
Mor Afrem (Mor Ephrem, Mor Ephram der Syrer)
Metropolit Mor Julius Yeshu Çiçek
Miden
Midyat
Mor Malke Kluzmoyo
Mor Augin
Dayro d`Mor Augin
Das Kloster Mar Gabriel
Kloster (Deiro) Mor Abrohom
Mutter-Gottes-Kirche in Hah (Marienkirche)
Das Kloster / Kirche MOR YAKUP in Saleh
Die Stadt Mardin
Mardin Museum
Marbobo


Die urlate Kirche Mor Malke in Sare

Die uralte Kirche Mor Malke in Sare birgt bis zum heutigen Tag noch zwei Denkmäler aus vorchristlicher Zeit: Eine Stele mit Orante und aramäischer Inschrift und eine Basaltplatte.

Die historische Mor Malke Kirche erhielt einen neuen Glockenturm. Die komplette Sanierung der uralten Dorfkirche wurde Dank Dank der Niederländishen Botschaft in Ankara denkmalgerecht restauriert und behutsam saniert.

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Miden

Dieses Großdorf mit 920 (1015) Einwohnern (150 Familien) (1980: 130 Familien) liegt 15 km westlich der Kreisstadt Idil neben der Straße Mardin - Cizre im Übergangsgebiet zwischen dem Gebirge und den gewellten Basalt-blockfeldern im Osten, gerade an den schroffen Abhängen des Wadi Salo, das die Einheimischen "Schlund der Hölle" oder "Djehenna-Tal" nennen; hier sollen in persischer Zeit zahlreiche Christen den Märtyrertod gefunden haben. Die flachgedeckten, festungsartigen Häuser sind aus Basaltblöcken errichtet; ein Dorfteich spendet bis zur sommerlichen Austrocknung Wasser für Mensch und Vieh. Hier lebt ein Menschentyp, der nicht nur eine besondere Form des Turojo-Dialekts spricht, wie Jastrow ermittelte , sondern sich auch äußerlich von anderen Tur 'Abdin-Bewohnern unterscheidet: Viele Dorfbewohner sind hochgewachsen und kräftig; sie haben oft rotblonde Haare, helle Augen, eine lange, gerade Nase, eine hohe Stirn und Rundköpfe. Mehr als 1000 Einwohner sind nach dem 1. Weltkrieg in den Irak und in den Libanon ausgewandert.

Miden - Ögündük - Middo - Midun - Midin

Aus geschichtlichen Zeiten sind die alten, kürzlich restaurierten Kirchen "Mar Jakub Malphono" und "Mar Juhannan" erhalten geblieben; die Kirchen "Mar Addai", "Mar Abhai", "Mar Augen", "Mar Bar Sauma", "Mar Heoro", "Mar Sobo", Joldath Aloho" und "Mar Zoche" liegen hauptsächlich außerhalb der heutigen Ortsgrenze in Trümmern.
Seit etwa 1972 ist eine größere Zahl der christlichen Einwohner nach Berlin gezogen. Ihnen folgte Priester Hanna Teber (geb. 1910, Priesterweihe 1953). Als Dorfpriester ist Melke Tok hiergeblieben (geb. 1933, Priesterweihe 1961). Man zeigte mir 1968 ein Evangeliar aus dem 18. Jahrhundert mit Silberdeckel. In der Kirchenschule werden 70 Kinder unterrichtet. Hanna Aydin schätzt die christlichen Einwohner für 1980 auf 118 Familien.

Miden, obwohl durch die zahlreichen Kirchen als historisch bedeutender Ort ausgewiesen, war dennoch in der Geschichte nicht so bekannt, weil keine bedeutenden Persönlichkeiten oder Autoren aus dem Dorf stammten. Im Osten des Tur 'Abdin war es auch häufigen Kurdenüberfällen aus dem Gebiet jenseits des Tigris ausgesetzt: 1453 wurde Miden durch Nomaden zerstört, im 15. Jahrhundert durch Truppen aus Diyarbakir gebrandschatzt. Mitte des 19. Jahrhunderts erlitt Miden das gleiche Schicksal durch den Kurdenführer Massur Beg aus Bohtan. Sandreczki fand hier 60 christliche Häuser vor.

Preusser und Sykes glaubten, in Miden besondere Unterscheidungsmerkmale in der Bevölkerung zu sehen. Der Kunsthistoriker berichtete, ihn habe der "rotbärtige, chaldäische Priester" des "christlichen Kurdendorfes in seine unsaubere Hütte gastlich aufnehmen" wollen. Wie er, so hielt auch der Engländer und Geheimdienstler Sykes die hier lebenden Christen für Kurden und "sehr fanatisch".

Quelle: Helga Anschütz, Die syrischen Christen vom Tur Abdin, 1984

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Midyat

Ist der Hauptort des Turabdin und seit 1478 Bischofssitz. Es liegt in etwa 1000 m Seehöhe in einer hügligen Landschaft mit Wiesen, Äckern und Weinbergen. Midyat galt als die einzige Stadt der Türkei mit einer mehrheitlichen christlichen Bevölkerung, in der es neben acht Kirchen nur zwei Moscheen gab.

Jetzt ist es mit der nahe gelegenen Stadt Estel verbunden, wodurch der muslimische Anteil erheblich zunahm. Durch die Auswanderung der Christen änderte sich das Verhältnis der Moscheen und Kirchen. Heute leben in Midyat noch ungefähr hundert (?) christliche Familien, von denen manche aus den umliegenden Dörfern zugewandert sind. Fünf schlanke Kirchtürme und zwei Minarette prägen die die Silhouette des Stadtbildes. Die Bischofskirche Mort Schmuni erhielt ihre jetzige Gestalt am Ende des Vorigen Jahrhunderts: Von einem Hof, der die Kirche Umgibt, erreicht man die Pfarrschule und die bescheidenden Amtsräume des Bischofs.

Dem Zentrum am nächsten liegt die reich verzierte Kirche Mor Barsaumo, die 1943 auf ihren alten Fundamenten in traditioneller Form wiederaufgebaut wurde. Am südöstlichen Stadtrand steht die älteste, 1960 mit altem Baumaterial wiederaufgebaute Kirche Mor Akhsnoyo (der syrische Name für Philoxenos). Von den Beiden auf einer Erhebung erbauten Kirchen ist Mor Scharbel, ein Bau mit edlen Proportionen, die südlichere; sie wurde 1965 wieder errichtet. Am höchsten Punkt der Stadt erhebt sich die um 1900 erbaute protestantische Kirche als die größte aller Kirchen der Stadt Midyat ist bereits im 9. Jahrhundert v. Chr. in assyrischen Annalen als Höhlenstadt Madiat erwähnt, wovon sich der heutige Namen ableitet.

Auch, dass die ersten Christen in Höhlen gelebt haben. Im Laufe der Geschichte wurde die Stadt vielfach bedrängt und zerstört, zuletzt in den Wirren während des Ersten Weltkrieges. Ein Drittel der Bevölkerung wurde getötet und viele Häuser lagen in Trümmern. Erst nach 1930 gab es einen neuerlichen Aufschwung: Häuser und Kirchen wurden wieder aufgebaut, die Zahl der Christlichen Einwohner fing wieder an zu wachsen. Die meisten Familien gehörten der Syrisch-orthodoxen Kirche an, einige waren syrisch-katholisch oder protestantisch. In wirtschaftlicher Hinsicht ist Midyat Zentrum des Handels und bekannt durch seine Silberschmiede und Filigranarbeiten. Midyat ist das Zentrum des christlichen Turabdin und Sitz eines Erzbischofs.

Durch vielfache Bedrohungen in der Vergangenheit, angefangen von der Verfolgung der Christen in Mesopotamien durch die byzantinischen Kaiser, zogen es die Bischöfe vor, in den Klöstern zu leben. Oft waren sie zugleich auch deren Äbte. So lebt auch Erzbischof Timotheos Samuel Aktas im Kloster Mor Gabriel. Doch an hohen Festtagen und bei offiziellen Anlässen begibt er sich in die Kirche Mor Schmuni in Mydiat. Schmuni ist der Name, der in der syrischen Tradition der Mutter der sieden makkabäischen Brüder gegeben wurde, die ihre Söhne, anstatt ihnen zuzureden ihren Glauben zu verleugnen und ihr Leben zu retten, zum Martyrium ermunterte .

Quelle:stern von bethelhem

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Mor Malke Kluzmoyo

Es war ein Mann namens Johannes und seine Frau Rafka (Rebecca), sie war die Schwester des Heiligen Mor Avgin. Sie waren sehr Reich aber leider zeugungsunfähig. Sie beteten zu Gott dass er Ihnen einen Sohn schenken möge. Nach sehr intensiven Beten, Fasten und Hilfe an den Bedürftigen schenkte Ihnen Gott einen Sohn. Sein Name war Malke. Mor Malke ist im Dorf Kluzmo im Jahre 295 geboren. Als er erwachsen war wollten seine Eltern dass er heiratet. Kurz vor seiner Trauung flieh Mor Malke und ging zu seinem Onkel Mor Avgin. Bei seinem Onkel wurde er zum Mönch geweiht. Nach 4 jährigem Aufenthalt bei seinem Onkel ging er mit seinem Freund Elisha nach Jerusalem um die Heilige Stadt zu sehen und von den Orten gesegnet zu werden. Kurze Zeit später gingen sie dann für 3 Jahre in die Wüste Ägyptens. Nach ihrer Rückkehr zu Mor Avgin gingen sie nach Nsibin zum Bischof Mor Jakob, da wurden Mor Malke und Elisha zu den Mönchpriestern eingeweiht. Auf ihrer Rückreise trennten sich ihre Wege und jeder ging in eine Höhle, um zu beten und zu fasten.

Eines Tages schickte der König Konstantin von Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, seine Diener mit einem Brief zu Mor Malke. Nachdem die Diener eine zeitlang suchte, fanden sie ihn schließlich und gaben ihm den Brief, in dem geschrieben stand: Dass er sich so schnell wie möglich zum König begeben möge, um die Tochter des Königs vom Teufel zu befreien. Mor Malke schickte die Diener schon einmal vor. Sie erwiderten ihm, dass sie eine schwere Strafe erwarten würden, falls der König sie nicht mit Mor Malke antreffen sollte. Mor Malke versprach ihnen, dass sie zusammen vor dem König auftreten würden. Also machten sich die Diener ohne Mor Malke auf dem Rückweg. Mor Malke blieb 30 Tage und 30 Nächte in seiner Heimat. Als der dreißigste Tage verstrichen war backte er einem Brot für die Eucharistiefeier und machte sich auf den Weg zum König. Plötzlich und wie ein Wunder fand er sich bei den Dienern des Königs wieder, einen Kilometer vor der Stadt Konstantinopel. Als sie vor dem König auftraten gab der den König von dem noch warmen Eucharistiebroten.

Der König bat Mor Malke er solle seine Tochter helfen. Als man die Tochter des Königs holte sah Mor Malke das sie vom Teufel besessen war. Er stand auf und begann zu beten. Nach dem Gebet vertrieb er den Teufel aus der Tochter und befahl dem Teufel sich nicht vom Fleck zu rühren. Nachdem der König dies sah wollte er ihn reichlich beschenken. Mor Malke lehnte dies jedoch ab. Mor Malke blieb eine Woche beim König und heilte alle Kranken. Als er dann gehen wollte bat er den König um etwas. Der König antwortete ihm: "Bitte um was du willst, bis zur Hälfte meines Reiches werde ich dir geben." Da verlangte der Heilige nach einem Brunnenhals den niemand benutzte. Der König jedoch wunderte sich und fragte: "Was er damit wolle und wer ihn den ganzen Weg tragen solle." Mor Malke bat einfach nur um den Stein und der König solle sich keine sorgen machen wer ihn trägt. Dann befreite er den Teufel und befahl ihm diesem Stein um seinen Hals zu tragen und ihn die ganze Strecke zu tragen ohne ihn abzulegen. Und sie machten sich auf den Rückweg zurück in das Kloster, wobei der Satan den ganzen weg die Last des Steines auf seinem Hals trug.

Eines Tages kam ein Mann aus Arkah und brachte seinen Sohn Shlemun zu Mor Malke um bei ihm zu dienen. Mor Malke lehnte dies zunächst ab, da der Junge noch zu jung und nicht reif genug dafür war. Da sagte der Junge: Herr, lass mich es doch versuchen und beobachte mich! Falls ich dir nicht genug dienen kann, dann kehre ich zu meinem Elternhaus zurück. Da nahm er ihn auf, lehrte ihm das Leben des Mönchtums und nach sieben Jahren wurde er zum Mönch. Als Mor Malke spürte das sein Tod nah kam, rief er alle Mönche zum Gebet.

Da nahm er Weihrauch und sie beteten alle zu Gott: "Oh Gott, du barmherziger König aller Könige erhöre das Gebet deines Dieners der dich zu diesem Zeitpunkt bittet. An den Orten wo man meinen Namen zur Andacht erwähnt, an diesen orten soll es keine Hungersnot und keine Plagen geben. Jeder der meinetwegen einen Tag sondert und ein Andachtsfest veranstaltet, der soll keine Blinden und keine Behinderten in seinem Haus haben. Jedes Dorf, der für mich ein Andachtstag schenkt, dort soll weder Hunger noch Plagen, weder Tod und noch andere jegliche Schäden herrschen. Gib ihnen Reichtum, Wohlstand, Segen und viele lange Lebensjahre und sie sollen in Frieden Leben.

Nach diesem Gebet entschlief der Heilige mit 92 Jahren zum Herrn und er wurde ehrenwürdig von Mönchen und Bewohner beigesetzt. Sein Schüler Shlemun hat ihn den 1. September als Gedenktag ausgesondert. Der Heilige ist im Jahre 315 nach Christus in seinem Kloster gestorben und dort beigesetzt worden.

Die heutige Situation des Klosters Mor Malke:

Heute leben im Kloster 2 Mönche 4 Nonnen und ca. 10 - 15 Schüler. Das Kloster befindet

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Dayro d`Mor Augin

Das älteste Kloster im TUR ABDIN ist Mar Augin, das an den Abhängen des Izlo-Gebirges erbaut wurde. Der heilige Augin gilt als der Begründer des monastischen Lebens im TUR ABDIN und als dessen zweiter Missionar. Mor Augin lebte zu Konstantinos Zeiten, also im 3. Jahrhundert. Er war bekannt für seine Teufelsaustreibungen, rettete ein Kind aus den Klauen der wilden Wölfe im tiefen Wald und auch die von ihm bestandene Feuerprobe lässt ihn nicht in Vergessenheit geraten. Mor Augin hatte 72 Schüler (Jünger), darunter waren Heilige wie z.B. Mor Isayo.

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Das Kloster Mar Gabriel

Das heute bedeutendste Kloster des Tur Abdin ist das ca. 25 km südöstlich von Midyat gelegene Kloster Mar Gabriel. Den Namen erhielt es von dem Abt Gabriel, der im 7. Jh. das Kloster erneuerte. Der ursprüngliche Name wird wohl einfach Kloster von Qartamin (Kartamin ist ein kleines Dorf in der Nähe des Klosters), es gibt aber auch Belege für Mar Samuel oder Mar Simeon. Samuel war der sagenhafte Gründer, der sich um 395 n.Chr. in der Gegend des heutigen Klosters niedergelassen hat.

Das Kloster brachte es bereits kurz nach seiner Gründung zu einiger Berühmtheit, besonders in der Zeit, als Theodosius II. (408-550) es kräftig finanziell unterstützte. Durch eine Schenkung von Kaiser Anastasios (491-518) konnte der Ausbau der Hauptkirche finanziert werden. Die früheste Bauphase muss aber um 397 liegen. Heute präsentiert sich die Hauptkirche allerdings stark renoviert. Bei ihr handelt es sich ebenfalls um ein Querschiffgebäude mit Tonnengewölbe. Neben Ausschmückungen aus jüngerer Zeit ist ein Deckenmosaik im Ostschiff zu bewundern, das aus Goldtesserae gebildet ist. Man datiert es in das 6. Jh. 

Nordwestlich der Hauptkirche ist die sogenannte Kuppel der Theodora zu sehen. Es handelt sich hierbei um einen oktogonalen Ziegelsteinbau mit 10,5 m Durchmesser, der sich auf mächtige Steinpfeiler stützt. Bedeckt wird dieser Raum von einer Kuppel aus Ziegelsteinen mit einem Oculus. In den Ecken des Baus sind Apsiden eingelassen, während sich an den Seiten rechteckige Nischen anschließen. Dieser Bau ist wahrscheinlich zunächst freistehend errichtet und erst durch nachträgliche Anbauten in den gesamten Klosterkomplex eingebunden worden. DIe Funktion ist nicht mehr eindeutig zu bestimmen. Man nimmt jedoch aufgrund der Nähe zur Küche an, dass er auch als Speisesaal genutzt wurde. Aber er kommt auch als Baptisterium oder Versammlungsraum für die Mönche in Frage.

Ganz im Westen der Klosteranlage befindet sich die Marienkirche (die ebenfalls El Adhra genannt wird). Sie geht auf das Ende des 5. Jhs. zurück. Heute sind ihre Innenwände weiß getüncht und mit Wandgemälden jüngerer Zeit versehen worden. Ursprünglich handelt es sich bei der Kirche um eine dreischiffige Anlage mit mächtigen Steinpfeilern, die das Hauptschiff von den Seitenschiffen trennen. Allerdings haben wir hier keine Quer- sondern eine Längsschiffkirche vor uns. Vorbei am Grab des Metropoliten Johannes (dem 1984 verstorbenen Vorgänger des gegenwärtigen Metropoliten) gelangt man in das Kellergeschoss, in dem sich mehrere Grablegen befinden. Aus dem Boden ragen noch zwei Sarkophagdeckel heraus. Bei dem einen handelt es sich um das Grab des Hl. Samuel, des Klostergründers aus dem 4. Jh., bei dem anderen um das Grab Gabriels, des Klostererneuerers aus dem 7. Jh.

Mor Timotheos Samuel Aktas, jetziger Abt des Klosters Mor Gabriel und Erzbischof von Tur Abdin:

Nachdem er in Amerika Theologie studiert hat, kehrte er in den 70er Jahren ins Kloster zurück und wurde 1973 Abt. Im Jahre 1985 wurde er zum Bischof von Tur Abdin geweiht. Er und Malfono Isa Garis brachten neues Leben in die Mauern. Gruppen von jungen Leuten kamen ins Kloster, um sich religiös weiterzubliden. Darüberhinaus ermöglichte ihnen Bischof Aktas eine Allgemeinbildung an der Mittelschule. Täglich brachte er die Studenten zu den öffentlichen Schulen in Midyat.

Er hat die Erneuerung und Vergrößerung der Klostergebäude weitergeführt und mit staunenswertem Eifer einige neue Gebäude hinzugefügt.

Weitere Informationen und die Möglichkeit, das Kloster zu unterstützen bietet die Internetseite www.aktionmorgabriel.de

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Kloster (Deiro) Mor Abrohom

Deiro Mor Abrohom wird manchmal mit dem Kloster gleichen Namens bei Midyat verwechselt. Es ist als das „Große Kloster auf dem Berg Izala" in die syrische Kirchengeschichte eingegangen und wurde nach seinem Gründer Abrohom von Kaschkar (gest. 588) benannt.

Hier war ein Zentrum des ostsyrischen Mönchswesens. Das Kloster liegt etwa 40 km nordöstlich oberhalb von Mirab an einem steilen Abhang; aus seiner Schule gingen mehrere bekannte Persönlichkeiten hervor.

Heute ist nur das hohe Tonnengewölbe der Kirche mit einem Altarbogen und Säulen erhalten, die reiche Ornamente aufweisen. Ruinen stehen zwischen Walnuß- und Feigenbäumen; in der steilen Felswand oberhalb des Klosters befinden sich zahlreiche Höhlen. Vom Dach der abgestuften und würfelförmigen Kirche aus erblickt man auf einer Felsspitze die Ruinen der nahen, aus der Geschichte bekannten Burg „KaPat Jedid" („Neue Burg") und die Ebene darunter.

Eine fast unpassierbare Straße führt am Kloster vorbei bis Sideri. Sie wurde nach dem 2. Weltkrieg von einer amerikanischen Gesellschaft angelegt, die am Südrand des Tür 'Abdin erfolglos nach Öl suchte.

Bis zum 1. Weltkrieg lebten in Mor Abrohom acht Mönche und zwei Diener; die Mönche wohnten in den Höhlen neben der Kirche. Die heutige christliche Bevölkerung in dieser Gegend hat keine innere Beziehungen zum Kloster und kann daher über seine jüngste Geschichte auch nichts berichten.

Quelle: Helga Anschütz – Die Syrischen Christen vom Tur Abdin

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Mutter-Gottes-Kirche in Hah (Marienkirche)

Die Mutter-Gottes-Kirche ist auch die älteste christliche Kirche, die nach aramäischen Bewohnern von Hah von den aus Betlehem zurückkehrenden Königen gebaut wurde.

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Die MOR YAKUP-KIRCHE

In Nusaybin, an die Zeynel Abaidin-Moschee angebaut wurde, ist etwa 1900 Jahre alt. Im Kirchenkeller befindet sich eine grantisteinerne Grabstaette mit den Gebeinen des Jakob.

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Die Stadt Mardin

Eine geheimnisvolle Stadt in Südostanatolien. Die Stadt der verschiedenen Kulturen und Religionen. Die berühmteste Stadt im alten Mesopotamien. Jede Kultur und jede Religion hat ihre Spuren hinterlassen. Auf einem Berg angesiedelt empfaengt diese Stadt recht stolz ihre Besucher....

Sie dürfen sich nicht wundern, wenn nach dem Aufruf des Muezzins plötzlich die Glocken einer Kirche laeuten. Denn neben Moscheen gibt es auch reichlich Kirchen und Klöster in dieser geheimnisvollen Stadt. Wenn Sie die unendlichen kleinen Gassen entlanglaufen, haben Sie das Gefühl, als ob die Zeit stehengeblieben ist. Die Schönheit der Architektur der Haeuser, die terrassenartig an den Haengen des Berges aufgereiht sind, haben so manchen Filmemacher inspiriert. Der harte Winter und der heisse Sommer machen diesen Haeuser, die stummen Zeugen der Geschichte, nichts aus. Wer weiss, was sie uns allen erzaehlen könnten, haetten sie nur die Gabe der Sprache. Die Beschriftungen auf den Steinen der Haeuser werden noch etliche Historiker und Archaeologen beschaeftigen.

In Mardin gibt es eine grosse christliche Gemeinde, die arabisch spricht. Mardin war lange Zeit Bischofssitz. Deshalb befindet sich dort bis heute noch eine alte und wertvolle Bibliothek. Auch die alte Bischofskirche weist auf diese alte Tradition und auf die grosse Bedeutung von Mardin für die syrischen Christen hin. In deieser Stadt befindet sich auch die Kirche St. Michael. Sie soll in die Anfaenge des Tur Abdin, "Berg der Knechte Gottes", zurückgehen und gehört zu den aeltesten Kirchen im Tur Abdin.

Im Altertum war der Name von Mardin "Marida".

In der Herrschaft der Römer und Byzantiner hatte Mardin keine besondere Bedeutung für diese Zeit. Im 7.Jh.n.Chr. beginnt die islamische Geschichte der Stadt durch di Omaijaden. Die Seldschuken nahmen auch Mardin wie die meisten anderen Staedte in dieser Region im 11 Jh. unter ihre Herrschaft. Auch der Tur Abdin, befindet sich in der Naehe von Mardin. Es ist die Heimat der syrisch-orthodoxen Christen, and der syrisch-irakischen Grenze gelegen, im Südosten der Türkei. Dieses Gebiet gehört zum "Urgestein" der ökumenischen Bewegung weltweit und ist eines der aeltesten Zentren des christlichen Glaubens. Die Sprache dieser Christen ist ein Dialekt des Aramaeischen, der Muttersprache Jesu.

Die Landschaft ist bergig und steinig, der Boden ist trocken und dürre, daher der Name "Berg der Knechte". Dieses Gebiet war einst das Land der Klöster. In der Blütezeit soll es über 80 Klöster gegeben haben; heute sind es nur noch wenige, die erhalten und bewohnt sind: u.a. Kloster Deir Zafaran, Kloster Mar Melki, Kloster Mar Jakub, Kloster Mar Gabriel. Die Kirchen und die Klöster in den Dörfern stammen aus dem 5. bis 7. Jahrhundert, einige sind sogar aelter. Mitte des 7. Jh. machten sich die Auswirkungen des Islam bemerkbar, 1640 wurde Mardin von den Arabern erobert. Die arabischislamische Kultur gewann an Boden, die arabische Sprache wurde führend. Der Einfluss der arabischislamischen Kultur blieb auch unter den Türken erhalten; zu Beginn des 12. Jhs. kamen die Artuken in Mardin an die Macht. Ein herausragendes Beispiel artukischer Baukunst ist die Ulu-Moschee.

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Mardin Museum

Befindet sich in Mardin Zentrum, 1. Cadde Cumhuriyet Alani, neben dem Denkmal Atatürks. Nach der dem Museum gerichteten Inschrift auf dem Portal der Maria Kirche, das sich an der ostseite des Gebaeudes befindet, wurde das Gebaeude im jahre 1895 vom Patriarch zu Antakya als Katholisches Patriarch für christliche Syrier erbaut. Das Gebaeude wurde spaeter als Garnison, Stadtorganisation der M.S.P., Kooperativengebaeude, Klinik und Polizeiwache benutzt. Das Kulturministerium kaufte das Gebaeude von der Syrisch-Katholischer Stiftung auf und entschloss sich im Jahre 1988 das Gebaeude zu restaurieren. Nach der Restoration wurde es als Museum eingeweiht. Bis zu diesem Zeitpunkt war das alte Museum in der Zincirli Medresesi untergebracht, das im 14. Jh. vom artukischem Sultan Isa errichtet wurde. Das neue Museumgebaeude ist ganz aus geschnittenem Kalkstein erbaut. Die innere und aeussere Gewölbe, Bogen, Gelaender und Kapitell sind mitunvergleichlichen Verzierungen versehen.

Die Werke in diesem Museum gehören der periode vom 4. - 7. Jh. v.Chr. an. In die archaeologischen Saele werden Tabletts, Zylinder und Praegesiegel, Kultgefaesse, Statuetten, metallene Ahlen, Schmuckstücke, keramiken, Gold-, Silber- und Kupfermünzen, Traenenflaschen und Öllampen aus der Altbronzezeit sowie aus der Assurischen, urartischen, Altgriechischen, Persischen, Hellenistischen, Römischen, Byzantinischen, Grossseldschukischen, Artukischen und der Osmanischen Zeit ausgestellt.

Im etnographischen Saal werden auserlesene Stücke wie Halsschmuck, Ohrringe, Fussketten, Bekleidungsstücke, Schwerter, Kaffeesets, Stirnschmuck und Haarschmuck, Armreifen, Badegegenstaende, Gebetsketten, Heizgegenstaende und Kupferwaren aus Mardin sowie Umgebung ausgestellt.


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N

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O

Pfr. Horst Oberkampf ist seit zwei Jahren im Ruhestand und kümmert sich nunmehr seit fast 30 Jahren um die syrisch-orthodoxen Christen im Tur Abdin. Er ist Mitbegründer der „Solidaritätsgruppe Tur Abdin“, die er im Jahr 1993, zusammen mit Prof. Dr. Hollerweger aus Linz ins Leben gerufen hat. Ihr Anliegen ist es, den Tur Abdin zu erhalten, ihn durch Öffentlichkeitsarbeit bekannt zu machen und den Aramäern im Tur Abdin in schweren, aber auch ruhigeren Zeiten begleitend zur Seite zu stehen. 


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Q

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R

Rozuno (Rosuno)

Rozuno (Rosuno) Am Gedenktag der 40 Märtyrer zu Sebaste, wird für die Hausbewohner je ein Rozuno gemacht. Die fertiggebackenen Rozune bringt man als Segenszeichen auf die Felder und Weinberge und man gibt sie anschließend den Tieren zum Futter. Während man Rozune macht, lässt die Hausfrau eine Geldmünze heimlich in ein Rozuno, die Rozune werden an die Hausbewohner verteilt. Denjenigen, der den Rozuno mit der Geldmünze zieht, erwartet ein glückliches und segenreiches Jahr. Diese Tradition wird mit der Geschichte der Märtyrer aus Sebaste in Verbindung gebracht.

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S

Suryoyo-SAT
Suroyo TV
Yawsef Beth Turo (Chef vom Suroyo TV)

Sare (Gawayto)



Siehe Katasterkarte (Lageplan) von Dorf Sare

Siehe auch Shamun-Hanna Hayo (Legendärer Held und Freiheitskämpfer aus Sare)

Savur - Sor

Wer sind die Suryoye (Aramäer)?


Christianisierung der Aramäer

Sprachen
Verfolgung und Auswanderung
Seifo - Genozid (Völkermord)

Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien

Gliederung der Aramäer von Mesopotanien
Der Pastriarch und alle Bischöfe der Syrisch-Orthodoxen-Kirche
Ursprünge bis zum 3. Jahrhundert
3. Jahrhundert bis 4. Jahrhundert
Syrische Sprache
Askese
Geschichte und Lehre der Aramäer
Die heilige Synode der Syrisch-orthodoxen Kirche
4. Jahrhundert bis 5. Jahrhundert
6. Jahrhundert bis 7. Jahrhundert
Kirchenspaltung im Vorderen Orient
Christentum und Islam
Mittelalter
14. Jahrhundert bis zur Neuzeit
Neuzeitliche Unionsversuche
Ökumene
Aktuelle Entwicklungen
Krieg zwischen Kurden und Türken
Auswanderungswelle aus dem Kerngebiet
Auswanderung aus dem Irak
Flucht in den Westen
Ihre Stellung in der Kirchengeschichte
Ihre liturgische Sprache
Ihr Patriarchensitz
Ihre Beiträge zum asketischen Leben
Heutige Gliederung der Syrisch-Orthodoxen Kirche
Die Schrift:  Entstehung und Bedeutung
Slutho (Gebete)
Suboro
Der heilige Simon

Das Dorf Sare
liegt in majestätischer Landschaft auf einem Hochplateau aus Kalkstein, das sich von Mardin aus in Richtung Osten bis tief ins biblische Tigris-Tal erstreckt.

Sare – Sari, Sariköy heißt das Dorf in der Provinz Sirnak auf Türkisch - machte Schlagzeilen in der türkischen Presse, als Anfang Oktober 2004 die Armee in einer symbolträchtigen Zeremonie die Ortschaft ihren rechtmäßigen Besitzern übergab. Mit ihrer Vertreibung aus Sare signalisierte Ankara, dass die im Hinblick auf einen EU-Beitritt forcierten Reformen diesmal nicht nur im Westen des Landes umgesetzt werden müssten, sondern auch im Osten.

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Savur - Sor

Savur liegt 48 km nordöstlich von Mardin an der Straße Mardin - Midyat -Cizre. Es zieht sich einen Bergsattel hinauf, an dessen Fuß der wasserreiche Savur-Cayi vorbeizieht. Mehrere Quellen entspringen neben seinen Ufern und geben der Gegend gutes Trinkwasser. Das gewundene Tal von Savur ist reich an Obst-, Gemüse- und Weinkulturen; überall gedeihen Pappeln.Einige Verwaltungsgebäude, ein Restaurant und eine Tankstelle stehen neben der Straße. Der Ortskern liegt 2 km oberhalb von Straße und Fluß; die Häuser sind in Terrassen übereinander gebaut; in der Mitte liegt der Bazar,daneben reckt sich das stattliche Minarett der Moschee empor. Um den alten Stadtkern gruppieren sich einige moderne Bauten, zwei Volksschulen und eine Mittelschule, Post, Polizei und Kreisverwaltung, dazu einige Teehäuser. Die 4983 (4046) Einwohner sprechen den arabischen Mohallemi-Dialekt; 1978 lebten hier noch drei, 1980 zwei christliche Familien.

Von der glanzvollen Vergangenheit der byzantinischen, von Procop erwähnten Festung „Tsauras" und des späteren Bischofssitzes „Sura/Saura" sind im heutigen Savur kaum Überreste vorhanden. Auf den umliegenden Hügeln stehen einige Ruinen aus  früheren Zeiten. Der Ort war schon im 5. Jahrhundert bekannt. In dieser Zeit lebte hier Samuel, der Mitbegründer des Klosters Qartamin. Er entstammte einer begüterten Familie aus dem benachbarten Dorf Astin und erhielt seine Priesterweihe durch den Bischof von „Saura". — Perser töteten bei der Eroberung des Ortes 496 einen Bischof, dessen sterbliche Überreste man später in das wiederaufgebaute Kloster „Mär Abhai" brachte. „Sor/Saura" wurde mehrfach als Bischofssitz erwähnt. Nach 1405 eroberten die Akkoyunlu die Festung „Saura", verloren sie aber ca. 100 Jahre später an die Osmanen, die ihr Reich  bis nach Mesopotamien hin ausdehnten. Um 1526 lebten in Savur bereits mehr Muslime als Christen: 463 gegenüber 74. In der
Umgebung lag das Verhältnis bei etwa; 3 zu 1 (4 698 Muslime, 1795 Christen). Nach dem Streit mit ihrem Patriarchentrat die Mehrheit der Christen auch hier zum Islam über.

Schon immer lag Savur an einer wichtigen Straße und wurde deshalb durch mehrere Reisende bekannt, die in diesem Tal Baumwolle, Obst, Wein und Bäume vorfanden. Um 1880 lag der „Kurdenflecken Savur" mit seinen 200 Häusern auf einem hohen Bergkegel und wurde von einer Burgruine überragt.
Sachau lobte den freundlichen Empfang durch den Agha, der — im Gegensatz zu seinen Standesgenossen — sogar jegliche Trinkgelder abgelehnt habe. Zwischen dem Agha und den Christen in dieser Gegend bestand damals ein gutes Einvernehmen;
deshalb seien hier die Täler auch in einem blühenden Zustand. Im Ort selbst befanden sich jedoch keine Christen mehr. In der Umgebung waren mehrere Burg- und Klosterruinen erhalten. Im 1. Weltkrieg blieb der Ort wegen seiner überwiegend muslimischen Bevölkerung von Zerstörungen verschont.

Quelle: Die Syrischen Christen vom Tur Abdin- 1985/Helga Anschütz

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Wer sind die Suryoye (Aramäer)?

Die christlichen Syrer bzw. Suryoye sind ethnisch gesehen Aramäer semitischen Volksstammes, die in Aram Naharaim (Aram-Nahrin=Mesopotamien) zu Hause sind. Der in der Literatur verwendete Begriff "Syrer" hat mit der jetzigen politischen Bezeichnung "Syrien" als arabischer Staat nicht unbedingt zu tun. Die Begriffe "Syrer" und "Aramäer" sind hier identisch und bezeichnen ein und dasselbe Volk, sind also ethnisch und nicht politisch-geographisch zu verstehen. Die Verwendung des Begriffes Syrer für die Aramäer geht auf die Griechen zurück. Die Griechen bezeichneten das Gebiet "Syria" und seine Bewohner, die mehrheitlich Aramäer waren, als "Syrer". Mit Alexander dem Großen (336-323 v. Chr.) fand diese Bezeichnung für die ethnischen Aramäer große Verbreitung. Der Begriff "Syrer" hat sich aber erst mit der Christianisierung der Gebiete endgültig durchgesetzt. Die eigentlichen Bewohner des alten Syrien (Aram) bezeichneten sich selber als Aramäer, so die berühmten griechischen Historiker und Geographen Poseidonios und Strabon. Auch die aramäischen Gelehrten sind sich über ihre ethnische Zugehörigkeit einig. 

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Christianisierung der Aramäer

Die Aramäer Aram-Nahrins (Mesopotamiens) haben bereits in den ersten Jahrhunderten das Christentum angenommen. Zunächst verbreitete sich das Christentum von Antiochien bis hin zur zweitgrößten aramäischen Provinzhauptstadt Edessa, dem bedeutenden Kulturzentrum der Aramäer. Tur-Abdin, Beth-Zabdai und Umgebung haben das Christentum am Ende des ersten bzw. zu Beginn des 2. Jh. durch den Apostel Addai (Thaddäus) angenommen. Der Briefwechsel zwischen dem aramäischen König Abgar V. und Jesus wird von unseren Kirchenvätern als Zeugnis dafür verwendet, dass die Aramäer bereits zur Zeit Jesu die Frohe Botschaft angenommen haben. Bis heute wird dieser Tag, der 1. Oktober, in der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien als der Tag der Christianisierung der Aramäer und als der Neujahrstag der Aramäer gefeiert. Der Begriff "Tur-Abdin" ist christlichen Ursprungs und meint so viel wie "Berg der Knechte (Gottes)" oder "Berg der Einsiedler". Geschichtlich geht dies auf die aramäischen Mönche und Eremiten (Einsiedler) zurück, die sehr früh hierher zogen und in Klöstern und Höhlen wohnten.

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Sprachen

Die syrisch-orthodoxen Aramäer sprechen einen aramäischen Dialekt, genannt Turoyo. Turoyo wird nur gesprochen, nicht aber geschrieben. In der Liturgie wird das Alt-Aramäische verwendet. Die Alt-Aramäische Sprache heißt soviel wie: "Kthobonoyo" d.h. "Buchsprache, Hochsprache" genannt. Die aramäische Sprache gehört zum semitischen, besonders dem nordsemitischen Sprachstamm und wird seit weit mehr als 3000 Jahren gesprochen. Diese Sprache war im 6. Jh. v. Chr. die eigentliche internationale und offizielle Sprache des Orients. Als zeugen dieser Sprache des Inschriften und Fragmente aus Papyrus und Pergament in den großen Museen und Bibliotheken der Welt zu sehen. Diese Sprache ist das Erbe des aramäischen Volkes, das bis heute seine Muttersprache ist; Aramäisch war ebenfalls die Muttersprache Jesu Christi in Galiläa. Für viele scheint diese Sprache gestorben zu sein, da sie hier kaum bekannt ist. Außerdem hat sie ihre frühere Position verloren. Die aramäische Sprache wurde vor allem durch die Arabisierung und Islamisierung des Orients verdrängt. Dennoch hat sie sich in manchen Gebieten des Orients erhalten können, wie z.B. im Tur-Abdin (Südosten der Türkei) und in Syrien (Aram), Die lange Geschichte des aramäischen Volkes lässt eine Entwicklung der aramäischen Sprache feststellen; es wird daher unterschieden zwischen Altaramäisch, Mittelaramäisch und Neuaramäisch.

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Verfolgung und Auswanderung

Seit Beginn der Islamisierung der Araber und vor allem unter der Herrschaft der Mongolen, Osmanen, Türken und Kurden erlebten die Christen im vorderen Orient eine ständige religiöse und politische Verfolgung und mussten unter der Missachtung ihrer Menschenrechte leiden. Zu Beginn unseres Jahrhunderts, 1914/15 wurden über 2 Millionen christliche Armenier und etwa eine halbe Million Aramäische Christen (Syrisch-Orthodoxe, Syro-Nestorianer, heute Assyrer, Syro-Chaldäer, Syro-Melkiten und Syro-Protestanten) massakriert. Allein in den letzten Jahren wurden über 35 syrisch-orthodoxe Christen in der Region Tur-Abdin umgebracht. Der islamisch-religiöse Fanatismus und türkische Nationalismus haben bis heute kein Ende genommen. Die Konflikte im Nahen Osten und vor allem die Veränderung der Menschenrechtssituation im Tur-Abdin zwangen viele aramäische Christen, ihre Heimat zu verlassen. Seit Beginn der 60er Jahre nutzten viele die Gelegenheit, als Gastarbeiter in europäische Staaten auszuwandern. Danach, etwa seit der Mitte der 70er Jahre, als sich die Lage im Tur-Abdin weiter zuspitzte, mussten viele aramäische Christen fliehen und in den europäischen Staaten Asyl beantragen.

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Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien

Die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien (syrisch: Idto Suryoyto Trişath Shubħo) ist eine altorientalische Kirche, erwachsen aus dem altkirchlichen Patriarchat von Antiochia. Nach Jakob Baradai, dem Begründer der Unabhängigkeit der Kirche, wurden ihre Mitglieder, besonders in der arabischen Sprache, häufig Jakobiten genannt (arab. Ya‘āqibah oder Ya‘qūbiyyūn). Da diese Bezeichnung von ihnen heute als verletzend empfunden wird, sollte sie nicht mehr verwendet werden.

Die Heilige Synode des syrisch-orthodoxen Patriarchats von Antiochien und Syrien hat auf ihrer Sitzung vom 28. März bis 3. April 2000 beschlossen, die Bezeichnung Syrian Orthodox Church (dt. Syrische Orthodoxe Kirche) durch Syriac Orthodox Church (dt. Syriakisch Orthodoxe Kirche) zu ersetzen. Zweck der Umbenennung ist es, die verwirrende Doppeldeutigkeit des Namens Syrer (Angehörige des Christentums syrischsprachiger Tradition - Bürger des modernen arabischen Staates Syrien) und seiner Ableitung „syrisch“ zu vermeiden.

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Ursprünge bis zum 3. Jahrhundert

Die Kirche von Antiochien ist nach der Urgemeinde in Jerusalem die älteste christliche Kirche überhaupt.

Die Syrisch-Orthodoxe Kirche ging aus den christlichen Gemeinden der aramäischen bzw. syrischen Bevölkerung hervor, die um die Zeitenwende Mesopotamien mit seinen angrenzenden Gebieten besiedelte und sich damit auf die Herrschaftsgebiete zweier miteinander verfeindeter Großreiche verteilte: Der eine Teil lebte im Römischen (dann Byzantinischen) Reich, der andere in dem der Parther, die im 3. Jahrhundert von den persischen Sassaniden abgelöst wurden; und diese Aufteilung unter die verfeindeten Mächte sollte dann für die aramäische Christenheit auch bald weitreichende Konsequenzen haben.

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3. Jahrhundert bis 4. Jahrhundert

Für die christliche Mission (wie für die Handelswege, denen sie folgte) bedeutete die umkämpfte und immer wieder verschobene Reichsgrenze freilich kein Hindernis; das Christentum breitete sich schnell in beiden Bereichen des aramäischen Siedlungsgebietes aus. In der Stadt Edessa (dem heutigen türkischen Şanlıurfa), die östlich des oberen Euphrat, aber noch auf römischem Boden lag, gab es spätestens seit dem 2. Jahrhundert Christen , und ihre Zahl wuchs hier in solchem Maße an, dass im frühen 4. Jahrhundert (also noch in vor-konstantinischer Zeit) Edessa im gesamten Römischen Reich als die Stadt mit dem höchsten christlichen Bevölkerungsanteil gelten konnte. In derselben frühen Zeit hatte die christliche Mission aber auch das aramäische Siedlungsgebiet östlich der Reichsgrenze erreicht. Auch hier gab es Christen seit dem 2. Jahrhundert, vielleicht sogar schon (im nordirakischen Bergland) einige Zeit vorher um die Jahrhundertwende.

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Syrische Sprache 

Für das Christentum hier wie dort war die Stadt Edessa als altes Kulturzentrum von gleicher Bedeutung. Denn am west-aramäischen Dialekt, der in ihr gesprochen und geschrieben wurde (und den wir meinen, wenn wir vom "Syrischen" sprechen) orientierten sich alle aramäischen Christen. In dieses "Syrische" wurde alsbald die Bibel übersetzt, es wurde zur Sprache der Liturgie und nun auch der schnell aufblühenden christlich-theologischen Literatur, bis sich in dieser dann viel später (im hohen Mittelalter) das Arabische als die neue Volks- und Kultursprache des Nahen Ostens durchsetzte. Das Syrische der mesopotamischen Christenheit wurde so zum „Latein des Orients“. Gläubige, die die Mission unter Angehörigen anderer Völker gewann (wie etwa unter Iranern), wurden in diese syrische Sprache einbezogen, und aus der benachbarten Kirche der Armenier ist dann auch bald zu hören, dass man nicht Theologie treiben könne, ohne syrisch zu verstehen.

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Askese 

Von dem wenigen, das wir über die älteste Zeit dieses syrischen Christentums wissen, ist vor allem seine asketische Grundstimmung zu nennen, der Grundsatz (der zumindest weithin galt), nur Ehelosen oder in geistlicher Ehe Lebenden die Taufe zu spenden. Daraus entwickelte sich das aramäische Mönchtum - ganz unabhängig also vom Mönchtum in Ägypten und auch nicht weniger alt - mit seinen besonderen Eigenheiten. Denn das aramäische Asketentum, das die Lebensform des einzelnen Eremiten mehr als die klösterliche Gemeinschaft liebte, wurde durch die krassen Formen seiner leibfeindlichen Askese berühmt (Symeon Stylites, der "Säulenheilige", war Aramäer). Aber das aramäische Mönchtum wurde zugleich auch zum Träger geistigen Lebens und erlangte auch darin Berühmtheit; denn die Klöster, an denen es ungeachtet der eremitischen Vorliebe nicht fehlte, waren zum großen Teil Zentren der Gelehrsamkeit mit beachtlichen Bibliotheken.

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4. Jahrhundert bis 5. Jahrhundert

 Trotz ihrer gemeinsamen ethnischen Herkunft und trotz ihrer gemeinsamen Sprache fand sich die aramäische Christenheit auf Dauer freilich nicht zu einer gemeinsamen Kirche zusammen. Was die Aramäer in ihrer weiteren Geschichte kirchlich trennte, hatte dogmatische, aber auch politische Gründe. Denn die kirchliche und zugleich konfessionelle Grenze, die die Aramäer bald spaltete, entsprach ziemlich genau der Reichsgrenze zwischen Römern und Persern, die im 4. Jahrhundert also auch kirchengeschichtliche Bedeutung gewann.

Es blieb nämlich auch für die Christen unter persischer Herrschaft nicht ohne Konsequenzen, dass der römische Kaiser Christ und das Christentum auf römischem Boden zur Staatsreligion wurde. Musste doch nun der zoroastrische persische Großkönig in den Christen seines Reiches Parteigänger des Reichsfeindes sehen, um deren Loyalität er zumal da fürchtete, wo sie im Grenzgebiet siedelten. In dieser Situation grenzten sich die Ostsyrer unter persischer Herrschaft also nun von der Kirche im Nachbarreich ab und schufen sich im 5. Jahrhundert ihre eigene Apostolische Kirche des Ostens, die in einem weiteren Schritt dann auch das nestorianische Christus-Bekenntnis annahm (mit seiner betonten Trennung der wahren göttlichen und der wahren menschlichen Natur in Christus ) und damit nun auch konfessionell ihren eigenen Weg ging.

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6. Jahrhundert bis 7. Jahrhundert

Die Westsyrer im christlichen Römerreich dagegen waren nun Glieder der römisch-byzantinischen Reichskirche geworden und bildeten einen nicht unwesentlichen Teil des Reichspatriarchats Antiochia. Aber es kam auch hier bald zum konfessionellen und kirchlichen Bruch unter den dogmatischen Auseinandersetzungen, die in der Reichskirche selbst aufbrachen: im Streit auch hier um die Frage nach dem rechten Verständnis der Person Christi (nach seiner göttlichen und seiner menschlichen Natur), die unterschiedlich beantwortet wurde und damit letztlich die Kirche spaltete. Nach jahrzehntelangem Streit und auch Verfolgungen durch die kaiserliche Staatsgewalt schuf der Bischof und Mönch Ya'qob Burd'ono (Jakob Baradai, gest. 578) den Seinen eine von der Reichskirche unabhängige Kirchenorganisation. Damit stand nun eine „Syrisch-Orthodoxe Kirche“ selbständig neben der „Byzantinisch-Orthodoxen Kirche“: unter einem eigenen Patriarchen von Antiochia gegen den reichskirchlichen Patriarchen in dieser Stadt. In der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts schloss sich der Syrisch-Orthodoxen Kirche dann auch eine kleinere Gruppe der Ostsyrer auf persischem Boden an, die sich dort der Einführung des Nestorianismus widersetzt hatte. Ihr Oberbischof, der im Rang unmittelbar dem Patriarchen folgte, erhielt den in der Christenheit singulären Titel eines „Maphrian“ mit Sitz in Tagrit (Tikrit) am Tigris, später im Kloster Mor Mattai nördlich von Mossul.